Oberkirch – schönes Städtchen an der Badischen Weinstrasse

Am Fuss des Schwarzwaldes, wo sich das Renchtal zur Rheinebene hin öffnet, liegt die Wein- und Obststadt Oberkirch.
Die 20.000 Einwohner zählende Stadt und ihre Ortsteile bieten sich – auch aufgrund der verkehrsgünstigen Lage (viele Ausflugsziele sind von hier aus schnell erreichbar) als Urlaubsdomizil an. Und auch einen Tagesausflug lohnt sich – es gibt einiges zu sehen in und um Oberkirch:

Am Eingang des Renchtales befindet sich das Wahrzeichen von Oberkirch: die Schauenburg. Die malerische Ruine ist tagsüber frei zugänglich. Von der Burgruine aus hat man schöne Ausblicke auf Oberkirch und die Rheinebene bis hin nach Strasbourg. Auf der anderen Seite des Renchtales sieht man die Ruine Fürsteneck (in Privatbesitz).
In der Innenstadt ist noch gut der alte Stadtkern mit schönen denkmalgeschützten Fachwerkhäusern und Resten der Stadtmauer zu erkennen. Sehenswert ich auch das Heimat- und Grimmelshausenmuseum, das im alten Rathaus an der Hauptstraße untergebracht ist.Auf einem Hügel im Ortsteil Bottenau liegt die 1756 erbaute Kapelle St. Wendelin mit schöner Aussicht ins Renchtal.

Oberkirch wurde erstmals im 11. Jahrhundert als Besitz der Herzöge von Zähringen urkundlich erwähnt. 1303 wurde die Stadt an den Bischof von Straßburg übertragen, 1326 erhielt sie Stadtrechte. Abgesehen von kurzen Unterbrechungen bliebt die Stadt bis 1803 unter der Herrschaft der Straßburger Bischöfe. Im 30jährigen Krieg wurde Oberkirch von den Schweden eingenommen. Von 1650-1668 lebte der Barock-Dichter Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen in Oberkirch und schrieb hier seinen "Simplicius Simplicissimus". 1689 wurde die Stadt von französischen Truppen niedergebrannt. 1803 kam Oberkirch an den Markgraf von Baden.

Bekannt ist Oberkirch durch seine ausgezeichneten Weine und als Zentrum des Obstanbaus (größter Erdbeermarkt Deutschlands). Und in Oberkirch gibt es ca. 891 Hausbrennereien.

      

Rund um Oberkirch sind zahlreiche Wander- und Mountainbikewege ausgeschildert. Infomaterial bekommt man bei der Tourist-Information Oberkirch.
Wandertipp: von Oberkirch über St. Wendelin (Bottenau) zum Durbach Schloss Staufenberg und über den Geigerskopf wieder zurück. 

Burgruine Schauenburg in Oberkirch

 

Burgruine oberhalb Oberkirchs (397 m über dem Meeresspiegel), aus dem 11.Jahrhundert, erbaut von Herzog Berthold II. von Zähringen. Uta von Schauenburg (gestorben 1197) lebte hier, sie gründete das Kloster Allerheiligen, im 17.Jahrhundert verfiel die Burg, 2 Wohntürme und die Schildmauer sind erhalten, ein Ringgraben umschließt die Burg. Herrliche Aussicht auf Oberkirch. Einkehrmöglichkeit in der Schlosswirtschaft

Der Name der Burg kommt vom althochdeutschen "scouwa" bzw. vom mittelhochdeutschen "Schouwe", das Warte, Wachturm bedeutet. Im Mittelalter Ganerbenburg, also Lehen aus fürstlicher Hand, mehrere Familien wohnten hier. Das Leben in dieser Burg wurde durch den Burgfrieden (Burgvertrag) geregelt.
Bemerkenswerte Hochburg, sie besaß einen äußeren Wall, während die innere Burg von einem tiefen Graben umschlossen war.

ca.1050 - Erbauung der Burg durch Herzog Berthold II von Zähringen, sie wird mit Dienstmannen besetzt.
ca.1090 - geht sie durch Heirat der Luitgarde von Zähringen, Tochter Bertholds, mit Gottfried Pfalzgraf von Calw auf die Grafen von Calw und Eberstein über.
1131 - bringt Herzogin Uta von Schauenburg die Burg, die sie von ihrem Vater, Gottfried von Calw erbt, mit in die Ehe mit Herzog Welf VI., einem Bruder Heinrichs des Stolzen von Bayern. Welf, erst 18jährig, gerät in Streit mit Uta's Vetter, dem Grafen von Calw, welcher die Burg mit Verbündeten belagert.
1133 - veranlasst Kaiser Lothar den Abzug der Belagerer. Später lebt Herzogin Uta, nach der Trennung von Welf, zeitweise auf der Burg.
ca.1200 - erbt der Vetter Uta's, Eberhard von Eberstein die Burg, sie bleibt bis zum Aussterben der Ebersteiner (ca.1660) deren Lehen.
ca.1250 - treten die Ganerben immer mehr als eigentliche Herren der Burg auf, besonders die Ritter v. Schauenburg, die Vorfahren der heutigen Familie von Schauenburg.
1432 - die bekannteste Schauenburger Fehde (ausführlicher Bericht in der Schlosswirtschaft).
um 1500 - wohnen die Besitzer nur noch zeitweise hier und ziehen in ihre Stadthäuser.
17.Jahrh. - in den Kriegswirren des 17. Jahrhunderts wird die Burg stark in Mitleidenschaft gezogen.
1650 - 1661 - ist Grimmelshausen, der Dichter des "Simplicius Simplizissimus" Verwalter der Schauenburger und zeitweise Burggraf.
ab 1659 - wird die Unterhaltspflicht von der Burg auf das Schloss in Gaisbach übertragen.
1731 - wird überliefert, dass die Burg "gänzlich in Ruinen liegt".

Fotoalbum Oberkirch