Nationales Automobilmuseum, Sammlung Schlumpf, in Mulhouse Frankreich

Nach meinem Aufenthalt in Bad Säckingen bin ich dem Rhein entlang Richtung Basel gefahren um dann auf die badische Weinstrasse einzuschwenken.  Am Sonntag / Montag machte ich einen Abstecher nach Mulhouse, um das Automuseum der ehemaligen Wollspinnerei Besitzer, Gebrüder Hans und Fritz Schlumpf,  zu Besichtigen. Am Montag Abend bin ich dann nach Bad Bellingen gefahren wo ich mich direkt neben dem Thermalbad und Kurhaus auf dem Wohnmobil Stellplatz niedergelassen habe und einige Tage verweilen werde. Für 8.00€ pro 24 Stunden habe ich Stromanschluss, Perfekte Internet Verbindung, kann neben vergünstigtem Eintritt ins Thermalbad Gratis die Dusche des Thermalbades geniessen und zudem auch Gratis die öffentlichen Verkehrsmittel in der ganzen Region Schwarzwald, von Basel bis nach Baden-Baden und von der französischen Grenze bis nach Rottweil, was ich sicher für Tagesausflüge nutzen werde.

Mein erster Besuch der Automobilsammlung war bereits im März 1977

Aufmerksam wurde ich durch Presseberichte wonach die Gewerkschaften die Lagerhallen, in denen sich die Sammlung der Oldtimer befand, besetzten und der Öffentlichkeit zugänglich machten. Da man befürchtete, dass die Sammlung auseinander gerissen und verkauft werde um die Schulden zu begleichen, nutzte ich die Gelegenheit die Sammlung noch als Ganzes zu sehen.

Die Entstehung der Sammlung
Hans und Fritz Schlumpf . Ihre Mutter Jeanne ist aus Mulhouse. Als Witwe zieht sie ihre Söhne auf, die eine ungewöhnlich starke Bindung zu ihr entwickeln.
1940, mit 34 Jahren, ist Fritz der Leiter einer Spinnerei in Malmerspach. Die Schlumpfs gründen 1935 die Aktiengesellschaft für die Wollindustrie, und ihr Imperium wächst ständig. Fritz sammelt die Autos, wie andere Briefmarken, die er ab 1964 in seiner Spinnerei in Mulhouse unterbrachte.
Eine unmäßige Liebe zur Mechanik bewegt Fritz Schlumpf, der bei weitem nicht nur seine Lieblingsmodelle kauft. Im Laufe der Jahre sammeln sich unauffällig 400 Teile, Fahrzeuge, Karosserien oder Motoren, in der Fabrik in Mulhouse an. Das mit ihrer Restauration beauftragte Team muss das Geheimnis wahren. Ein Teil der ehemaligen Spinnerei wird luxuriös hergerichtet …  

Der soziale Konflikt … Die Schlumpf-Affäre
In den 70-er Jahren geht es mit der Textilindustrie bergab. 1976 treten die Gebrüder Schlumpf ihre Fabriken ab. Im Oktober entlässt Malmerspach alle Angestellten, ein sozialer Konflikt bricht aus. Die Schlumpfs fliehen in die Schweiz. Im März 1977 dringen Gewerkschafter in das „Museum“ ein und entdecken verblüfft die Sammlung … Die Stätte wird „Arbeitermuseum“ genannt und zwei Jahre lang besetzt.
Unter der Bedrohung, verkauft zu werden, um das Defizit der Industriegruppe zu decken, wird die Sammlung 1978 durch den Staatsrat unter Denkmalschutz gestellt. 1981 wird sie an die Association du Musée National de l’Automobile (Verein des Nationalen Automobilmuseums) verkauft.

Öffnung des Museums für die Öffentlichkeit
Nach vielem Hin und Her öffnet das Museum, das nun Eigentum eines Vereins geworden ist, 1982 seine Tore ganz offiuiell für die Öffentlichkeit. Die Association du Musée National de l’Automobile de Mulhouse aus öffentlichen Körperschaften und privaten Partnern erwirbt Sammlungen, Grundstücke und Gebäude. Die Association du Musée National de l’Automobile de Mulhouse wird mit seiner Verwaltung beauftragt.

Die Renovierung 2000
Damit das Musée National de l’Automobile de Mulhouse einen würdigen Einzug ins dritte Jahrtausend hält, hat Culturespaces das Museum völlig renoviert und dabei den berühmten, mit den Straßenlaternen der Alexander-III-Brücke geschmückten Saal beibehalten.

Das grösste Automobilmuseum der Welt

Auch wer sich nicht sonderlich für Autos interessiert sollte zumindest einmal im Leben die Sammlung der Brüder  Schlumpf besichtigen: 437 Autos, von denen ein jedes als ein Kunstwerk des 20. Jh. angesehen werden kann! All diese Kreationen leidenschaftlicher Ingenieure und Automobilbauer, die zu den berühmtesten Fahrzeugen der Automobilgeschichte zählen, sind in der Tat eine Hymne an die Schönheit der Formen und Motoren, an Leistung, Energie und Geschwindigkeit, aber auch an die Grenzenlosigkeit der Fantasie .


Der Besichtigungsparcours ist thematisch aufgebaut. Die Ausstellungssäle der Abteilung Chefs d'œuvre (Meisterwerke) sind den luxuriösesten Autos der 30er Jahre gewidmet, darunter ein paar herrliche Bugatti Royale aus dem Jahr 1936, gebaut von Ettore und Jean Bugatti, die einst der Ausgangspunkt der Automobilbegeisterung der Brüder Schlumpf waren. In einem anderen Teil dieses Bereichs werden in einer sehr eleganten Atmosphäre (gedämpftes Licht, Clubsessel ...) Prestige-Motoren von Benz und Bugatti präsentiert. 

Die Ausstellungsabteilung Course (Autorennsport) zeichnet die Entwicklung der Rennwagen nach, angefangen bei den ersten Modellen des beginnenden 20. Jh. 

Die Abteilung Aventure automobile (Abenteuer Auto) schließlich illustriert die Geschichte des Automobils von 1878 bis heute. Die Wagen sind in einer stillgelegten Spinnerei aus dem 19. Jh. ausgestellt, beleuchtet von 800 Laternen, die denen der berühmte Brücke Pont Alexandre III in Paris nachempfunden sind. Die Ausstellung ist in drei Themenbereiche gegliedert.

Der erste trägt den Namen "Les Ancêtres", die Vorfahren also (Panhard, Peugeot, De Dion und Benz), und deckt den Zeitraum zwischen 1895 und 1918 ab. Der zweite Bereich, "Les Classiques" ist den Klassikern aus der Zeit von 1918 bis 1938 gewidmet, geprägt vom Zusammenschluss der beiden Automobilriesen Mercedes und Benz. Dies war die große Epoche legendärer Modelle wie der Rolls Royce Silver Ghost aus dem Jahr 1924, der Charlie Chaplin gehört hatte. Der dritte Bereich zeigt "Die Modernen" ab 1945, eine Zeit, in der leichtere und für die breite Masse bestimmte Fahrzeuge ihren Einzug in die Automobilwelt hielten.

Also für jeden auch nicht Autofreak ein muss diese einmalige  Ausstellung einmal zu besuchen

Praktische Hinweise

Cité de l'Automobile - Nationalmuseum - Sammlung Schlumpf

192, avenue de Colmar

68 051 Mulhouse

Tel.: +33 (0) 3 89 33 23 21 / 23

Das Museum ist an allen Wochentagen geöffnet (außer am 25. Dezember)

Eintritt: 10,50 €

www.collection-schlumpf.com/fr/schlumpf/

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