Ohne Alltagsfesseln ist das Leben lebenswert

Nun bin ich bereits einen Monat mit meinem „Hotelzimmer“ on Tour und finde immer mehr Freude daran. Es brauchte einige Tage bis ich mich endlich von der stressigen Arbeitswelt und deren Fesseln befreien konnte. Nun bin ich soweit, dass ich nicht mehr regelmässig auf meine Uhr schaue und kaum meinen Kaffee getrunken bereits wieder aufbrechen will.

Unbeschränkte Zeit ist ein sehr kostbares Gut

Die Zeit beherrschte bisher mein Leben. Anhalten kann man sie nicht aber wenn der Zeitdruck von einem abfällt, erst dann kann man die unbeschränkte Zeit  auch geniessen. Dann sieht man links und recht des Weges was man bisher gar nicht bemerkt hatte. Seien es die schönen Edelrosen die mit viel Liebe in einem Privatgarten gezogen werden, ein wunderschöner Steingarten, buntbemalte Gartenzwerge, eine Kleineisenbahn die durch den Garten düst, die bemerkenswerten Baudenkmäler die den Weg säumen oder ganz einfach nur die schöne Natur mit ihrem vielfältigen Angebot.  Man kann inne halten, Bewundern und Geniessen ohne dem nächsten Termin nachzueilen.

     

Mein fahrbares Hotel übertrifft alle meine Erwartungen

Wie ein Kind, auf Weihnachten, Ostern und Geburtstag,  habe ich mich auf den Moment gefreut, meinen Traum zu verwirklichen und mit einem Wohnmobil auf grosse Entdeckungsreise zu gehen. Nun kann ich bereits sagen, dass meine grosse Vorfreude bei weitem übertroffen wird. Das Platzangebot ist grösser als ich mir das ausmahlen konnte. Das Badezimmer immer dabei zu haben und sich auch unterwegs kurz zu erfrischen ist ein ganz besonderes Highlight. Das „Hotelzimmer“ immer dabei zu haben und sich schnell umziehen und den Temperatur Bedingungen anpassen zu können ist ein ganz besonderer Luxus. Vor allem aber das Schlafen übertrifft meine Erwartungen bei weitem. Wenn ich früher nach 4-5 Stunden bereits wieder aufgewacht bin und hellwach war, kann ich nun bereits bis zu 6-7 Stunden durchschlafen. Die Internetverbindung via Satellit funktioniert bisher einwandfrei und ich bin immer mit der grossen Welt verbunden, seien es nur die Online Zeitungen oder die Mails die ich bekomme und senden kann, oder die TV-Nachrichten  die ich über Internet empfangen kann. Eigentlich ist alles genau so  wie früher in meiner Wohnung, nur etwas kleiner, was sich vor allem beim Putzen bemerkbar macht. In ca. 15 Minuten habe ich meine neue „Wohnung“ gereinigt und wieder auf Vordermann gebracht.  Auch das ist eine grosse Verbesserung meiner Lebensqualität.

     

Allein unterwegs und doch nicht allein

Viele meiner Freunde konnten es kaum glauben, dass ich ganz alleine, nur mit meiner Katze als Begleiterin,  auf grosse Reise gehe. Ich kann sie aber alle Beruhigen. Die „Camper“ sind ein eigenes Völklein, sehr kontaktfreudig und aus allen Schichten, ohne sich dabei aber zu Unterscheiden. Das fängt schon auf der Strasse an, indem die kreuzenden Wohnmobilfahrer sich gegenseitig grüssen, so wie es bei den Motorradfahrern auch üblich ist. Kaum trifft man auf einem Stellplatz oder Campingplatz ein wird man wieder begrüsst mit wer? woher? wohin? und schon ist man im Gespräch und lernt eine vielschichtige  Bevölkerungsgruppe kennen. Darunter sind gewöhnliche Arbeiter genauso wie Unternehmer und sogar Minister wie ich es in Bad Säckingen erfahr durfte. Auch bei den Mobilen gibt es grosse Unterschiede. Hier in Baden-Baden konnte ich das Mobilheim eines Industriellen aus Hamburg besichtigen, wie ich es bisher nur aus Fotos kannte. In der Garage stand ein Smart gut untergebracht, die Nutzfläche konnten auf beiden Seiten ausgefahren werden und die Inneneinrichtung war vom feinsten.  Ohne übertreiben, eine Villa auf Rädern!  Trotzdem auch diese Camper sassen mit uns zusammen und liessen, bei einem guten Glas Wein, einer Grillwurst, und spannenden Erlebnisberichten den Abend mit uns  ausklingen.  Also von Alleinsein kann keine Rede sein.

Im Moment stehe ich noch in der Nähe von Baden-Baden und werde als nächstes Ziel Speyer anfahren, dort interessiert mich vor allem der Kaiserdom zu Speyer und das Technik Museum mit Exponaten aus den Bereichen Luftfahrt, Eisenbahn, Feuerwehr und Schiffsbau.  Danach mache ich einen Abstecher nach Sinsheim mit bekannten AUTO & TECHNIK MUSEUM, dem grössten Privatmuseum Europas.  Die Vielfalt des AUTO & TECHNIK MUSEUM Sinsheim reicht von den ersten Automobilen bis hin zu den PS – Boliden der Formel 1. Über 300 Oldtimer bieten einen repräsentativen Querschnitt durch alle Automarken und Epochen. Die Hauptattraktion des Museums ist die Überschall-Passagiermaschine „Concorde“ der Air France, sowie das schnellste Raketenauto der Welt, die „Blue Flame“.  Wir sicher sehr interessant.

Danach schwenke ich wieder auf die Rheinroute zurück um meinem Heimatfluss weiter zu folgen.  Ich Hört, resp. Lest wieder von mir.

Also bis demnächst euer Weltenbummler Kurt