Worms, die Domstadt und Stadt der Nibelungen

Die Stadt Worms besitzt - archäologisch bezeugt - ein ausserordentlich hohes Alter. Eine erste Blütezeit erlebte das keltische "Borbetomagus" in der römischen Zeit, als es als "Civitas Vangionum" blühender Hauptort seines Umlandes und später Sitz eines Bischofs (erster sicherer Beleg 614) wurde.

Eine Stadt in der Blütezeit

Auch über die Zeit der Völkerwanderung hinweg, in der Worms um 430 Hauptstadt eines burgundischen Reiches gewesen sein soll, behielt die Stadt ihre Bedeutung bei und war seit dem frühen Mittelalter Sitz einer Bischofskirche (bis 1801). Nach einer Blüte in fränkischer Zeit, als Worms eine bedeutende Pfalz Karls des Grossen beherbergte, begann der hochmittelalterliche Aufstieg zu einer besonderen Blüte unter Bischof Burchard (1000-1025). Er schuf als Baumeister und Stadtgestalter die Grundlagen für die bedeutsame Entwicklung in salischer und staufischer Zeit. Schon 1074, früher als alle anderen deutschen Städte, erhielt die eigenständig agierende Stadt Worms ein bedeutendes Privileg von König Heinrich IV. Von da an stand Worms in sehr engen Kontakten zu den Königen und Kaisern, woraus sich seine spätere Stellung als Reichsstadt, die es bis 1798 blieb, erklärt. Hohen Anteil an dieser Entwicklung (v.a. Dombau bis 1181) hatte die weit ausstrahlende und kontinuierlich siedelnde jüdische Gemeinde.

     

Die lutherische Reichsstadt

Worms war im Mittelalter Ort zahlreicher Reichstage und wichtiger politischer Entscheidungen. Es war Gründungsmitglied des Rheinischen Städtebundes und eine in hohem Masse geistlich-kirchlich wie auch bürgerlich geprägte Stadt mit um 1500 zirka 6000 bis 7000 Einwohnern. Der Reichstag von 1521 markiert mit dem Auftreten Martin Luthers den Beginn der Reformation, die in Worms rasch Fuss fassen konnte. Worms erlebte als lutherische Reichsstadt ab 1500 einen allmählichen Niedergang und erlitt 1689 eine katastrophale Stadtzerstörung durch die Franzosen.

Zerstörung und Wiederaufbau

Der Neuanfang war sehr mühevoll. Nach der von 1798 bis 1816 dauernden französischen Herrschaft kam die kleine Landstadt 1816 zu Hessen. Erst durch die überaus bedeutsame Lederindustrie gelangte die Stadt im Laufe des 19. Jahrhunderts wieder zu einer Blüte (um 1900: 50.000 Einwohner), die sich auch an vielen Bauten ablesen lässt. Verheerend war die Zerstörung der Stadt noch Anfang 1945, nach der ein neuer Aufbau im neuen Bundesland Rheinland-Pfalz gesucht werden musste.
Worms, das alle Höhen und Tiefen einer Stadt erlebt hat, weist trotz aller Zerstörungen eine grosse Fülle historisch bedeutender Baudenkmäler auf.

Dom St. Peter,  Schauplatz grosser Ereignisse

Der Wormser Dom, auf dem höchsten Punkt der Wormser Innenstadt gelegen, ist das bedeutendste Bauwerk der Wormser Romanik und eng mit dem Namen Bischof Burchards und der Blütezeit der Wormser Stadtgeschichte während des 12. und 13. Jahrhunderts verbunden.

Grosse Ereignisse, die im Zusammenhang mit dem Dom standen, waren unter Anderem die Papstwahl (Leo IX.) im Jahr 1048, das Wormser Konkordat im Jahr 1122, mit dem der Investiturstreit beendet wurde; der Reichstag zu Worms (1521), während dem sich Martin Luther vor Kaiser Karl V. verantworten musste, was den Bruch in der abendländischen Kirche zur Folge hatte. Heute ist der Dom eine katholische Pfarrkirche, die 1925 durch den Papst zur „Basilica minor“ erhoben wurde. Dieser päpstliche Ehrentitel soll die Bedeutung einer Kirche für das Umland hervorheben. Die Ursprünge des Wormser Domes reichen in die frühchristliche Epoche in spätrömischer Zeit zurück. Aus der Frankenzeit ist der erste Wormser Bischof (Berthulf, 614) überliefert, sein Dom war erheblich kleiner als der heutige.

Die Nibelungen in Worms

Mythologie und Sagenwelt hautnah erleben

Worms und die Nibelungen sind untrennbar miteinander verwoben. Die meisten Szenen des im Mittelalter entstandenen Nibelungenliedes spielen in und um Worms. Die Protagonisten des Helden-Epos waren immer präsenter Teil der Stadtgeschichte. Hier, in der Nibelungenstadt, haben sie ihre sichtbare Heimat.

     

Das Nibelungenlied

Entstanden um 1200, eröffnet uns das Nibelungenlied eines anonymen Dichters in 39 "Aventurien" eine Welt voll höfischem Glanz, Liebe, Hass und Eifersucht.

"uns ist in alten maeren wunders vil geseit..."

Wen fasziniert sie nicht. Die Geschichte von Gernot, Gunther und Giselher, die nach dem Tod ihres Vaters das Königreich gemeinsam regieren. Und Ihre Schwester Kriemhild, die nur einen Mann an Ihrer Seite duldet, der Ihr ebenbürtig ist. Hagen, der Berater der Familie und insgeheim verliebt in Kriemhild, aber aus Standesgründen undenkbar, kann so lange hoffen, dass seine Zuneigung erwidert wird, bis der unverwundbare Drachentöter Sigfried das Herz der stolzen Kriemhild gewinnt. Schließlich hilft Sigfried auch noch Gunther, die stolze Brunhild zu erobern, die als Gatten nur jemand akzeptiert, der sie besiegen kann. Auch das gelingt mit List und Tarnkappe.

"wie die küneginne einander schulten..."

Jahre später besuchen Sigfried und Kriemhild die Vermählten, wo es zum Streit zwischen Brunhild und Kriemhild mit fatalen Folgen kommt. Kriemhild tituliert im Streitgespräch mit Brunhild ihren schönen und tapferen Siegfried als Helden und Einzigen, der rechtmäßigen Anspruch auf alle Reiche hat. Brunhild hält dagegen, dass Gunther über Siegfried steht. Der Streit eskaliert darüber, wer von beiden Frauen ranghöher ist und deshalb das Münster zuerst betreten darf. Im Zorn nennt Kriemhild ihre Widersacherin eine Konkubine und prahlt damit, dass es Siegfried und nicht Gunther war, der sie in der Hochzeitsnacht entjungfert hat. Bis ins Mark gekränkt und gedemütigt entsteht daraus ein Zwist, der zuerst die Familie und schließlich zwei ganze Völker gegeneinander aufwiegelt.

Fotoalbum Worms

 

Tatort Live auf dem Wohnmobilstellplatz

Heute am 26. Juni 2009, sehr früh am Morgen , wurde ich durch ungewohntes Schreien aufgeschreckt.  Nur noch kurz konnte ich bemerken wie ein Nachbar von zwei bewaffneten aus dem Wohnmobil gezerrt und in ein ziviles Fahrzeug verfrachtet wurde. Im ersten Moment denkt man eher an eine Entführung als an eine Polizei  Aktion. Ein anderer Stellplatzbesucher wurde aber aufgeklärt, dass es um eine polizeiliche Verhaftung ging. Gut eine Stunde später kehrte dieses Fahrzeug zurück und die beiden Herren gaben sich auch bei mir als Polizisten zu erkennen. Sie wollten von mir wissen, wann das  bestimmte Wohnmobil auf dem Platz eingetroffen sei und wie viele Personen sich darin befunden hätten. Da ich aber die Ankunft nicht beobachtet hatte konnte ich auch keine Auskunft geben.  Nachdem noch ein zweites Kripofahrzeug eingetroffen war  begaben sich die drei Beamten und eine Beamtin in das Mobilheim und schleppten kistenweise Diebesgut heraus. Da waren vom Computer über Fotoapparate, Spirituosen und Flachbild Fernseher alles darunter.  Die ganze Aktion dauerte sicher über eine Stunde, selbst die Staufächer rund ums Wohnmobil wurden genau untersucht. Erst dann wurde das beschlagnahmte Material verladen und die ganze Aktion war vorbei.

Es war beeindruckend, beim gemütlichen Frühstück, live einer TATORT Polizeiaktion zusehen zu können. Das Ganze, ausser der Verhaftung in der Frühe, war einfach etwas gemütlicher  und unspektakulärer als wir es vom Bildschirm her kennen. Aber sicher ein Erlebnis der besonderen Art. Natürlich konnte ich meine Kamera nicht in der Tasche lassen und habe aus meinem Wohnmobil einige Schnappschüsse geschossen. Aus Personenschutzgründen habe ich die Gesichter der Beamten unkenntlich gemacht.

Bilder der Polizeiaktion