Eine traumhafte Fahrt von Bingen nach Koblenz

Nachdem ich in Bingen, mit den dort getroffenen Hamburger Seeleuten, einige sehr gesellige Tage verbracht habe, die für mich unvergesslich bleiben werden, bin ich am Dienstag den 28.Juli nach Koblenz aufgebrochen.  Im Normalfall fährt man diese Strecke in 1,5 Stunden. Ich habe genau vier Tage dafür aufgewendet und fühlte mich dabei ins Mittelalter zurückversetzt.  Mittelalterliche  Städte und Gemäuer haben mich schon immer fasziniert und diese Fahrt hat mir mehr als genug davon geboten.

Das mittlere Rheintal zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und  besticht durch seine vielen Burgen die das Tal links und rechts des Rheins, wie auf einer Perlenschnur aufgereiht, schmücken.    In malerischer Kulisse steilen Weinberge und historische Burgen einige der schönsten Ortsbilder am Rhein.  Ich möchte mich hier, um mich kurz zu fassen,  auf drei Orte beschränken.

 

 

 

Bacharach

Die uralte Weinstadt Bacharach schmückt sich mit Türmen und Toren, mit grossartigen Kirchen und wunderschönen Fachwerkbauten. Der Spaziergang bergauf zum Postenturm schenkt Ihnen einen spektakulären Ausblick auf Bacharach und die Burg Stahleck.

Das alte Weinstädtchen mit mittelalterlichem Flair umfasst auch die Stadtteile Henschhausen, Medenscheid, Neurath und Steeg und war ursprünglich ein römisches Heiligtum für den Gott Bacchus: "Baccaracum" (keltisch) oder "Bacchi ara" (lateinisch) bedeuten "Altar des Bacchus". 1356 wurden Bacharach die Stadtrechte verliehen.
1314 und 1408 quartierten sich viele Könige und Kaiser hier während der Fürstenversammlungen ein. Von der Stadtbefestigung aus dem 14. Jahrhundert sind noch die Ringmauer, die zwischen Zollhof und Münzturm begehbar ist, und mehrere Türme erhalten.
Altes Haus, Amtskellerei, Haus Sickingen, Zehntenhaus, Posthof und kurpfälzische Münze sind ebenfalls sehenswert. Bacharachs Wahrzeichen ist die hochgotische Wernerkapelle aus dem 13. Jahrhundert.
1337 wurde ihr Chor geweiht, doch den Bau der Kapelle führte man erst 1428 fort. Im Dreissigjährigen Krieg und 1689 wurde das Gebäude stark zerstört. Die früher vielbesuchte Wallfahrtskirche "Wernerkapelle" zählt auch heute noch in ihrem heutigen Zustand als Ruine zu den schönsten Schöpfungen gotischer Architektur der ganzen Rheinlandschaft.

 

Boppart

Das Rheintal rund um Boppard kann sich zurecht als Tal der Könige bezeichnen, denn an keinem anderen Strom konzentrieren sich auf kurzer Strecke so viele Burgen, Schlösser und Festungen. Sind es meist die weithin sichtbaren Höhenburgen, bietet Boppard mit der Kurfürstlichen Burg ein mittelalterliches Bollwerk direkt am Rheinufer. Stadtbildprägend zeugt die massige Bauweise mit dem wuchtigen Turm vom imponierenden Machtanspruch des Erbauers, Erzbischof Balduin von Trier. Die wehrhafte Anlage erfüllte gleich mehrere Ziele, sollte sie doch das Territorium sichern, den Bürgern der Stadt gleichzeitig die Präsenz des Landesherrn vor Augen führen und nicht zuletzt den begehrten Rheinzoll wie Rheinwellen in die Kassen des Kurfürsten spülen.
                                                                                                                                     

Kurfürstliche Burg                        

Wie viele Burgen entlang des Rheins, erfuhr auch die Bopparder Burg wechselvolle Jahrhunderte – Zerstörungen und Erweiterungsbauten, Umwidmung und wechselnde Nutzung. In den dicken Mauern fanden Zollamt, Stadtgendarmerie und Polizeiinspektion, ferner Amtsgericht, Strafanstalt, Lazarett und Wohnstatt ihre Räume. Seit ca. 100 Jahren ist sie auch Heimat des städtischen Museums mit der berühmten Thonet-Ausstellung. Besonders sehenswert sind die Ausmalungen der einstigen Burgkapelle aus der 2. Hälfte des 14. Jh.

 

 

Braubach

über 1300 Jahre Braubach
Die Region am Rhein bot schon immer ideale Lebensbedingungen für Mensch und Tier. So wurden im Bereich der heutigen Stadt Braubach zahlreiche Relikte früherer Kulturen gefunden, die bis in die Bronzezeit um 1800 v. Chr. zurückreichen.
Die erste urkundliche Erwähnung lässt sich auf die Jahre 691/92 datieren, als der Merowinger Helmgar der Basilika St.Kassius und Florentinus, der heutigen Münsterkirche in Bonn, einen Weingarten mit Hof im Dorf Braubach zum Geschenk machte um sein Seelenheil zu fördern.

Stadtrechte
Am 01.Dezember 1276 erhielt Braubach vom deutschen König Rudolf von Habsburg die Stadtrechte, lange nachdem die Marksburg bereits über der Siedlung thronte.
Noch heute zeugen viele Kulturdenkmäler von früheren Zeiten, wie Teile der alten Stadtmauer mit ihren Türmen und die Fachwerkbauten im historischen Stadtkern.

Die im 12.Jahrhundert erbaute Marksburg in Braubach wurde zum Wahrzeichen der Stadt und ist die einzige unzerstörte Höhenburg am Mittelrhein. Es gibt Fährverbindungen vom linken zum rechten Rheinufer. Die Marksburg ist heute Sitz der Deutschen Burgenvereinigung und wird von Touristen aus aller Welt besucht. Zu den bekanntesten Besuchern gehört wohl der damalige US-Präsident Richard Nixon, der sich bei einem Staatsbesuch hier von der Rheinromantik begeistern liess.

 

 

Nun werde ich hier in Koblenz wieder zwei oder drei Wochen verweilen. Die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten erkunden und am 8. August das grösste Spektakel das Koblenz bieten kann, mit dem grossen Feuerwerk "Rhein in Flammen" geniessen..