Wenn im Puff dat Licht ausjeht

Ein echtes Highlits das neue Stück im Millowitsch Theater "Wenn im Puff dat Licht ausjeht".  In der turbulenten Verwechslungskomödie von und mit Peter Millowitsch wird man in das kölschen Rotlichtmillieu der Nachkriegszeit zurückversetzt.

Die Handlung spielt im Jahr 1958 in der jungen Bundesrepublik Deutschland. Das Wirtschaftswunder verheisst Wohlstand für alle - ausser für die Besitzer des kleinen Kölner Stundenhotels "Zur blauen Stunde" Anton und Gina Paffrath (gespielt von Peter Millowitsch und Carmen Heilbrock). Diese sind nämlich bereits seit sechs Monaten mit der Miete im Rückstand und mussten bereits alle Damen entlassen. Nur Betty Süss (Melanie Steffens) ist ihnen aus alter Verbundenheit geblieben.

Dann allerdings scheint plötzlich die Rettung in Sicht.  Zufällig kommt Ginas alte Freundin Beate Uhsus (Heike Schmidt) mit ihrem Mann Laurenz (Claus Janzen) zu Besuch, die bekannt sind für ihr soziales Engagement. Kurzerhand wird das Stundenhotel  "Zur blauen Stunde"  in eine Pension für gefallene Mädchen umgewandelt, was wie bei Millowitsch üblich für zahlreiche Verwechslungen sorgt.

Ein unvergesslicher Abend der von Lacher zu Lacher führte und mich in die alte Zeit von Willi Millowitsch zurück versetzte.

Die Geschichte der Theaterdynastie Millowitsch ist schon recht lang. Der Name taucht 1792 zum ersten Mal in Köln auf. Michael Millowitsch ist Lohekuchenhändler – die zu „Briketts“ gepressten Reste der ausgelaugten Eichen- und Buchenrinde aus den Gerbereien im Bergischen - und Puppenspieler. Wo er herkommt und wer ihm das Spiel mit den Stockpuppen beigebracht hat, ist unbekannt.

Sein Sohn Franz Andreas übernahm von seinem Vater die Tradition des Puppenspiels. Zunächst nur im rechtsrheinischen Köln. Dort vertrieb er mit seinem kleinen, ambulanten Theater an der Deutzer Schiffsbrücke den Passanten die Zeit, die warten mußten bis ein Schiff vorbei gefahren war und die Brücke wieder für den Verkehr geöffnet wurde.

Die grosse "Revolution" war das Fernsehen. Am 18. Oktober 1953 wurde die erste Livesendung aus dem Millowitsch-Theater übertragen. Seither sind weit mehr als 100 Sendungen gefolgt und haben den Namen Millowitsch weit über die Grenzen Kölns bekannt gemacht und auch mich als absoluter Millowitsch Fan geprägt-.

Ein Ende der Tradition ist noch nicht abzusehen, denn inzwischen hat sich Willy's Sohn Peter einen Namen gemacht und wird die Tradition der Familie in der siebten Generation fortsetzen.

der unvergessliche Willi Millowitsch