Ahrweiler Historische Rotweinmetropole

07.03.10  Hoch über dem Ahrtal blickt man auf steile Felshänge, auf denen die Weinbauern bereits wieder fleissig am Arbeiten sind. Weiter schweift der Blick über enge Flussschlingen und die sanft geschwungene Hochfläche des Rheinischen Schiefergebirges. Eingebettet in eine einzigartige Naturlandschaft und umgeben von den Weinbergen des Ahrtals liegt Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Eigentlich plante ich nur einen kurzen Abstecher nach Ahrweiler, die Altstadt, die nähere Umgebung und die interessanten Sehenswürdigkeiten ergaben aber doch wieder einen längeren Aufenthalt. Das Wetter ist bereits angenehm frühlingshaft und die Sonne verwöhnt mich mit den wärmenden Strahlen. Lediglich vom Freitag auf Samstag gab es nochmals ein schwaches Aufbäumen des Winters, war aber kaum der Rede wert. Am 16. März werde ich dann Richtung Bonn aufbrechen, nicht ohne vorher noch den so genannten Regierungsbunker bei Ahrweiler zu Besichtigen. Es ist eine 17,3 km lange Bunkeranlage rund 25 km südlich von Bonn im Tal der Ahr zwischen Ahrweiler und Dernau, unweit des damaligen Staatsweinguts Marienthal. Das Bauwerk trug bis zu seiner Umfunktionierung im Jahr 1997 die offizielle Bezeichnung Ausweichsitz der Verfassungsorgane des Bundes im Krisen- und Verteidigungsfall zur Wahrung von deren Funktionstüchtigkeit.

Ahrweiler verzaubert

Besonderer Charme geht von der Rotweinmetropole Ahrweiler aus, denn die meisten  malerisch verträumten Fachwerkhäuser sind noch im Original erhalten, gehen bis in das 13. Jahrhundert zurück und strahlen mittelalterliches Flair aus. Der Ort liegt in einem vollständig erhaltenen Mauerring.

 

   

Heute beherbergen seine Fachwerkhäuser Metzger und Bäcker, Boutiquen und Weinstuben. Geschichte, die lebt und atmet. Und die mit den Römern begann. Die haben in Ahrweiler deutlichere Spuren hinterlassen als anderswo. Unter dem Dach des faszinierenden Museums „Roemervilla“ wurde eine der am besten erhaltenen römischen Gutsanlagen nördlich der Alpen freigelegt. Stadtgeschichte, die Sie erleben und sich erzählen lassen können. Zum Beispiel im schönen Museum im „Weißen Turm“ und im AhrWeinForum. Letzteres informiert über die Anfänge des Weinbaus und den Alltag der Winzer.

   

 

Besonders sehenswert sind das Wolffsche Haus, ein Fachwerkgebäude von 1621 mit einem reich verzierten Erker

 
 

 

 

 

 

Der Marktplatz wird durch die erste frühgotische Hallenkirche des Rheinlands, St. Laurentius (ab 1269),

 

 

 

 

 

und das alte Rathaus (Spätrokoko, 1778) geprägt.
 

 

 

 

 

Ahrwein

Die Ahr ist mit 5,2 Quadratkilometern das drittkleinste und gleichzeitig nördlichste Weinanbaugebiet Deutschlands. An den Steilhängen über dem Fluss gedeihen vor allem Rotweine. Deshalb pilgern die Liebhaber eines vorzüglichen Tropfens gern ins hochgelobte „Rotweinparadies Deutschland“.



Bereits die Römer wussten das Ahrtal als Weinanbaugebiet zu schätzen, ließen sich gern zwischen Eifel und Rhein nieder und pflanzten seinerzeit die ersten Reben an. Heute gehört das bizarre Ahrtal im Norden von Rheinland-Pfalz zu den profiliertesten Rotweinanbaugebieten Deutschlands. Die Ahrwinzer stehen mit an der Spitze deutscher Weinerzeuger. Sie haben das kleine wild-romantische Tal im Norden von Rheinland-Pfalz zur Schatzkammer gemacht.
„Klasse statt Masse“ lautet die Philosophie der Ahrwinzer. Qualität ist ihr oberstes Gebot. Das wissen Weinfreunde, Kenner und Fachjournalisten in aller Welt, die angesichts der gelungenen Kombination von Tradition, Innovation und Experimentierfreude ins Schwärmen geraten. Weine und Winzer des Ahrtals sorgen allenthalben für Aufsehen, sind preisgekrönt und vielfach ausgezeichnet. Ob als Rotwein des Jahres, Winzer des Jahres, Aufsteiger des Jahres...

Spitzenklasse hat ihren Preis und den zahlen die Winzer mit mühevoller Detailarbeit in zum Teil extremen Anbaulagen. Mit nur 520 Hektar bestockter Rebfläche nimmt die Ahr Platz zehn unter den dreizehn deutschen Anbaugebieten ein. Spitzenqualität hat ihren Preis: So müssen die Winzer für die Arbeit am Rebstock und zur Lese oft durch zerklüftete Felsspalten in extreme Steilhänge klettern, wo teils nur wenige Rebstöcke nebeneinander stehen und der Einsatz von Maschinen unmöglich ist. Aber der Ertrag ist traumhaft und lohnt die beschwerliche Arbeit im Weinberg.

Verträumt schlängelt sich die Ahr in engen Bögen durch bizarre Felslandschaften in Richtung Rhein, schmiegen sich üppig bewachsene Weinberge an karge Felsen. Kaum zu glauben, aber wahr: Mediterranes Klima beschert den Trauben im Ahrtal – dem nördlichsten zusammenhängenden Rotweinanbaugebiet Deutschlands - optimale Voraussetzungen. Am Tage steht die Luft in den steilen Weinbergen. Felsen, Schiefer und Mauern der Weinbergsterrassen heizen mächtig auf und geben in der Nacht die gespeicherte Wärme an die Pflanzen. Das aufgeheizte Gestein speist die Reben mit Wärme – optimale Voraussetzung für hervorragende Weine: die Trauben werden rund um die Uhr verwöhnt.

Ein weiterer Grund für die Top-Qualität der Ahrweine ist die kompromisslose Hege und Pflege der Winzer. Sie schneiden die Reben früh im Jahr zurück und setzen damit wichtige Akzente. Damit schmälern sie den Ertrag und steigern die Qualität. Die verbleibenden Trauben gedeihen unter besten Bedingungen.

Fotoalbum Ahrweiler