Braunkohle Tagebau Hambach                               Bilder anklicken für Grossformat
Im Herzen des rheinischen Braunkohlenreviers

Nach meinem Aufenthalt in Jülich fuhr ich nach Bergheim, wo ich nicht nur mein Wohnmobil gekauft habe, sondern durch einen glücklichen Zufall meinen ehemaligen Nachbarn, den ich seit 26 Jahren nicht mehr getroffen habe und der geschäftlich in Bergheim zu tun hatte, treffen durfte. Ein echtes Highlits auf meiner nun bald einjährigen Reise.

Mein erster Halt galt dem Braunkohle Tageabbaugebiet Hambach das auf meinem Weg lag. Trotz meines grossen Eigengewichtes hat es mich fast aus den Schuhen gehauen. Unvorstellbar tiefe und riesige Löcher werden da gebuddelt. Dagegen erscheinen unsere in der Schweiz bestehenden Kieswerke in Raftz und Eglisau, die mir bei einem militärischen Wiederholungskurs in dieser Gegend schon überaus gross vorkamen, geradezu als läppische kleine Löcher vorkommen. 

Der Tagebau Hambach liegt zwischen Jülich im Kreis Düren und Elsdorf (Erftkreis) mitten im Herzen des rheinischen Braunkohlenreviers. Er wurde 1978 in der Nähe des Niederzierer Ortsteils Hambach begonnen und ist zur Zeit rund 350 Meter tief. Unter seinem 85 Quadratkilometer grossen Abbaufeld lagern 2,5 Milliarden Tonnen Braunkohle, die bis zu 450 Meter tief liegen.

Im Tagebau Hambach arbeiten die grössten Bagger der Welt: Sie sind 240 Meter lang, 96 Meter hoch und 13.500 Tonnen schwer. Sie können täglich 240.000 Tonnen Kohle oder Kubikmeter Abraum fördern - genug, um ein Fussballstadion 30 Meter hoch zuzuschütten.

Der grösste Teil des Abraums - im letzten Jahr rund 240 Millionen Kubikmeter - wird auf der bereits ausgekohlten Seite des Tagebaus Hambach wieder verkippt. Die geförderte Braunkohle gelangt auf der 22 Kilometer langen Hambachbahn, einer zweigleisigen Werksbahnstrecke, zu den Abnehmern - den Kraftwerken und Veredlungsbetrieben an und auf der Ville im Osten des Tagebaus. Der Tagebau Hambach förderte pro Jahr rund 40 Millionen Tonnen Braunkohle.

Beliebtes Ausflugziel entstanden

Weithin sichtbares Markenzeichen des Tagebaus ist die Sophienhöhe, ein künstlicher, bewaldeter Berg, der die ebene Bördenlandschaft um 200 Meter überragt. Er birgt einen Teil der Aufschlussmassen des Tagebaus und ist mittlerweile ein beliebtes Ausflugsziel in der Region.

     

Daten, Zahlen, Fakten:

Tagebau Hambach (Stand: Ende 2008)

Grösse des genehmigten Abbaufeldes

ha

8.500

Betriebsfläche (Anfang 2009)

ha

3.681

Kohleinhalt (ab Anfang 2009)

Mio. t

1.734

Verhältnis Abraum zu Kohle (Gesamtlagerstätte)

 

6,2 : 1

jährliche Abraumleistung

Mio. m³

250-300

jährliche Kohlenförderung

Mio. t

40

Schaufelradbagger

Anzahl der Geräte

2

1

5

Kapazität ( m³ / Tag )

110.000

200.000

240.000

Absetzer

Anzahl der Geräte

1

6

Kapazität ( m³ / Tag )

150.000

240.000

Bandanlagen

Gesamtlänge

km

120

Rekultivierung

Landinanspruchnahme bis Ende 2008

ha

4.255

Wiedernutzbarmachung bis Ende 2008

ha

1.208

davon landwirtschaftlich

ha

12

davon forstwirtschaftlich

ha

1.196

Nach diesem sehr eindrücklichen Zwischenhalt fuhr ich weiter nach Bergheim zum Wasserschloss Paffendorf