Bevrijdingsdag (Befreiungstag)

Es wird das Ende der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg gefeiert. Ein grosser Feiertag, nicht nur für die Niederländer sondern vor allem auch für die ehemaligen Befreier, deren Veteranen von Jahr zu Jahr weniger werden.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkriegs versuchte die niederländische Regierung zunächst, sich neutral zu verhalten. Hitler  jedoch befahl der Wehrmacht die Okkupation der Niederlande, Belgiens und Luxemburgs, damit diese Frankreich unter Umgehung der „Maginot-Linie“ von Norden her einnehmen könne. Nach dreitägigem Kampf zwangen die deutschen Truppen am Abend des 14. Mai 1940 die Niederlande zur Aufgabe. Ausschlaggebend war hierfür das Bombardement von Rotterdam. Die königliche Familie war zu diesem Zeitpunkt schon nach England geflohen. Das Land wurde von da an bis April 1945 von der Wehrmacht  besetzt gehalten.

Der südliche Teil der Niederlande wurde in der zweiten Hälfte des Jahres 1944 von den vorrückenden Alliierten befreit; der Norden des Landes erst durch das Kriegsende. Nach der Befreiung wurde festgelegt, den Bevrijdingsdag alle fünf Jahre zu feiern. Erst 1990 wurde das Datum vom 5. Mai festgelegt und zu einem jährlichen Feiertag erklärt. Seither ist der Tag im niederländischen Allgemeinen Fristengesetz („Algemene Termijnenwet“) als gesetzlicher Feiertag festgelegt.

In den Niederlanden gibt es keinen eigentlichen Nationalfeiertag, dafür am 30. April den Königinnentag (Geburtstag der früheren Königin Juliana (Beatrix’ Mutter). Im Vergleich zu allen anderen europäischen Ländern ist der 1. Mai kein Feiertag  und das Ende des Zweiten Weltkriegs wird am 5. Mai (nicht am 8. Mai) begangen, da die deutschen Streitkräfte in den Niederlanden gesondert kapituliert haben. Verbunden sind die Feierlichkeiten mit Gedenkfeiern, die von dem Nationale Dodenherdenking (Nationaler Volkstrauertag) am Vortag, dem 4. Mai eingeleitet werden.

Im ganzen Land werden zahlreiche Aktivitäten organisiert. Die offiziellen Feierlichkeiten werden in Zusammenarbeit mit dem nationalen Organisationskomitee für den 4. und 5. Mai organisiert und finden in Amsterdam  und den zwölf Provinzhauptstädten statt.

In Arnhem wird an die Schlacht um Arnheim und die grösste Luftlandeoperation der Militärgeschichte im September 1944 erinnert.


Ein Artilleriegeschütz steht an der heutigen Gedenkstätte mit Blick auf die Brücke von Arnheim.

Die Schlacht um Arnheim und vor allem um die Brücke war die letzte, die Hitler-Deutschland im Zweiten Weltkrieg gegen die Westalliierten gewann. Dadurch geriet die am 17. September 1944 begonnene Operation "Market Garden", bei der 35.000 alliierte Soldaten zwischen Nimwegen und Arnheim aus 4700 Flugzeugen absprangen, zu einem Fiasko.

In mehreren "Market Garden"-Veranstaltungen wurden Elemente der Luftlandeoperation von Soldaten nachgestellt, teils unter Beteiligung von Veteranen. Die niederländische Armee ist mit einer kleinen Ausstellung moderner Kriegsgeräte vertreten und zeigte beeindruckende Abseil-Demonstrationen. Das Kontingent der ehemaligen, an der Schlacht teilgenommenen Veteranen, wird nach 66 Jahren begreiflicher Weise immer kleiner. Aber die Verbliebenen tragen mit grossem Stolz ihre Uniformen und zeigen mit geschwellter Brust ihre zahlreichen Auszeichnungen.  Sehr eindrücklich war eine 4-stündige Flugdemonstration, über der Brücke von Arnhem, mit historischen Flugzeugen aus der damaligen Kriegszeit.

              

   

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