Dünkirchen

Dunkerque (deutsch Dünkirchen) ist eine französische Hafenstadt an der südlichen Nordseeküste im Département Nord-Pas-de-Calais im historischen westflämischen Sprachgebiet Französisch-Flanderns. Die rund 10 km westlich der Grenze zu Belgien liegende Stadt lebt vom Hafen und grossen Industrieansiedlungen.

Historische Bedeutung erlangte Dunkerque schon in der Zeit des Königs Ludwig XIV. und dessen Festungsbaumeisters Sébastien Le Prestre de Vauban, sowie des in dieser Stadt geborenen Korsars Jean Bart. Mittlerweile erinnert der Ortsname an eine der wichtigsten Episoden des Zweiten Weltkrieges. 1940 wurden hier die British Expeditionary Force (Britisches Expeditionskorps, BEF) und Teile der geschlagenen französischen Armee von den Deutschen eingekesselt.

Bereits im Ersten Weltkrieg war die Stadt Ziel deutscher Bombardements und Offensiven, wie der Ersten Flandernschlacht.

Im Zweiten Weltkrieg im Frühjahr 1940 wurde Dünkirchen bei den Kämpfen zwischen der deutschen und der eingekesselten britischen Armee in der Schlacht um Dünkirchen weitgehend zerstört. In der Operation Dynamo schaffte es die britische Marine, den grössten Teil der Truppen nach Großbritannien zu retten.  Vom 26. Mai bis zum 4. Juni schafften es die Briten vom Hafen von Dünkirchen und den umliegenden Stränden knapp 370.000 alliierte Soldaten, darunter etwa 139.000 Franzosen, unter Zurücklassung ihrer schweren Waffen nach England evakuieren. .Ein Monument am Strand erinnert an diese Operation und ein grosses Museum gibt heute noch einen Einblick in das Geschehen.

Nach der Invasion der Alliierten 1944 wurde Dünkirchen von der Wehrmacht zur Atlantikfestung erklärt, bis zum Kriegsende verteidigt und erst am 9. Mai 1945 von den Alliierten befreit.

Heute präsentiert sich die Stadt im neuen Glanz und fasziniert mit beachtlichen Sehenswürdigkeiten. Dünkirchen ist mit seiner geschichtsträchtige Hafenstadt auf jeden Fall einen Besuch wert. Die Lage von Dünkirchen an der belgischen Grenze macht die Norfolkline-Fährverbindung nach Dover zu einer attraktiven Option, wenn man nach England reisen möchte.

Das Rathaus

 

   

Die Tour du Leughenaer, (nach dem flämischen Wort für Lügner, Turm des Lügners) stammt aus dem 15. Jahrhundert.

Die Eglise Saint-Eloi ist eine fünfschiffige Hallenkirche aus dem 16. Jahrhundert, ihre neugotische Fassade stammt aus dem späten 19. Jahrhundert. Die Duchesse Anne ist das einzige erhalten gebliebene französische Segelschiff mit drei Masten. Sie wurde 1901 als Grossherzogin Elisabeth von der Werft Johann C. Tecklenborg in Geestemünde (heute Bremerhaven) als Stahlschiff erbaut. Sie hat drei Schwesterschiffe.

Der Belfried der Kirche Saint Eloi

Dieser aus hellem Ziegelstein gebaute und edel mit Arkaden im gotischen Stil dekorierte Turm wurde im Jahre 1233 vom Bischof von Cambrai und vom Herrscher von Dunkerque erbaut, um als Leuchtturm für die Gemeinde genutzt zu werden.

Mitte des 15. Jahrhunderts wird der Turm auf seine aktuelle Höhe aufgestockt, um den Glockenturm der Kirche Saint Eloi zu werden.

Diese Kirche wird im Jahre 1558 zerstört. Der intakt gebliebene Glockenturm wird von der im 17. Jahrhundert wieder aufgebauten Kirche getrennt. Dieser Belfried, der das Glockenspiel und die Glocken von Saint Eloi beherbergt, dient bis zum Jahre 1940 als Wachturm.

Hierbei handelt es sich um eines der ältesten Monumente der Stadt sowie um eine architektonische Herausforderung, da die Grundmauern des Turms lediglich einen Meter bei einer Höhe von 58 Metern betragen.

Seit dem Jahre 1923 handelt es sich hierbei um eine Gedächtnisstätte, und eine der Seiten umfasst ein Zenotaph, in dem die Namen von 500 aus Dunkerque stammenden, im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten (die in Frankreich sogenannten „poilus“) aufgeführt werden.

 

 

   

Mehr Bilder im Fotoalbum Dünkirchen

Im Mémorial du Souvenir erfährt man viele Details über den Rückzug der britischen und französischen Truppen im Jahr 1940. Das Museum ist in einer ehemaligen Bastion aus der Zeit Napoleons untergebracht und vermittelt einem schon durch die Lokalitäten einen erschaudernden Eindruck der Geschehnisse.

   

Mehr Bilder im Fotoalbum Museum 1940 Dünkirchen