Oostende

Vom tonangebenden Kunstpalast bis zum schwimmenden Museum, von der interaktiven Experience bis zum beklemmenden Kriegsmonument, In Oostende liegt alles nahe beisammen.  In Ostende befinden sich die ehemalige königliche Sommerresidenz, ein Kurbad, Jachthäfen, Fischereihäfen, Werften und ein Fährhafen für den Verkehr nach England.

Historische Bedeutung erlangte die Stadt (Grundriss; Zentrum von Oostende anno 1601) während des auch als Achtzigjährigen Kriegs bekannten niederländischen Unabhängigkeitskampfs gegen die Spanier. Das von den Aufständischen gehaltene Ostende wurde in einer der verlustreichsten Belagerungen der Frühen Neuzeit im Jahre 1604 von den Spaniern eingenommen.

Der Begriff Spanische Niederlande bezeichnet das Gebiet der heutigen Niederlande, Belgiens und Luxemburgs zur Zeit der spanischen Herrschaft. (Bild: Niederlande samt Hochstift Lüttich bis 1795)

Im Achtzigjährigen Krieg (auch: Spanisch-Niederländischer Krieg) von 1568 bis 1648 erkämpfte die Republik der Sieben Vereinigten Niederlande ihre Unabhängigkeit von der spanischen Krone. Mit seinem Ende schieden sie zugleich aus dem Verband des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation aus.

Der Krieg zwischen spanischer Armee und aufständischen Niederländern entstand ursprünglich aus inneren Unruhen heraus.

Im Grunde handelte es sich nicht um einen dauerhaften Krieg, er bestand vielmehr aus vielen einzelnen Aufständen und Kämpfen, die sich über diesen langen Zeitraum erstreckten. So konnten durchaus immer wieder einige Jahre ohne Kämpfe vergehen.

Nachdem sich die spanischen Besatzungstruppen weitgehend durchsetzen konnten, wurde 1609 zunächst ein für zwölf Jahre festgeschriebener Waffenstillstand ausgehandelt.

Durch die grossen Unruhen im gesamten Mitteleuropa in Folge des 1618 ausgebrochenen Dreissigjährigen Krieges entflammten nach Ablauf des Waffenstillstands aber schnell wieder neue Kämpfe. Dieses Mal waren die Niederländer aber deutlich erfolgreicher, da sie die spanische Silberflotte erbeuteten und mit dem Geld neue Truppen finanzieren konnten. Eine Allianz mit Frankreich war weniger erfolgreich, da sie zum Verlust von einigen grösseren Städten führte.

1648 beendete schliesslich der Westfälische Friede die beiden grossen Kriege mit dem Ergebnis, dass die „Republik der Vereinigten Niederlande“ (mit Ausnahme der Frankreich zugesprochenen Gebiete) die Unabhängigkeit erlangte.

Im Zweiten Weltkrieg wurden grosse Teile der Stadt wegen der Hafenanlagen zerstört. Aus dieser Zeit stammt noch ein Stück des Atlantikwall das dank Prinz Karel, dem das Gelände gehörte und der  nach dem Zweiten Weltkrieg sechs Jahre lang Regent von Belgien (1944 - 1950) war systematisch jedem Versuch zum Abbruch widersetzt hat.. Das Denkmal befindet sich gerade dort, wo er sich seit 1950 aufgehalten hat. Bericht Atlantikwall Museum Oostende

Sechzig Bauten befinden sich hier als stumme Zeugen der Grauen der beiden Weltkriege. Zwei Kilometer Laufgräben und unterirdische Gänge verbinden diese Bauten miteinander. Beobachtungsposten, Personalbunker und Geschützbettungen.

 



Ostende wird auch als die „Königin der Seebäder“ bezeichnet und ist eine lebendige Stadt mit malerischen Ecken, einem gemütlichen Vergnügungsviertel und einer abwechslungsreichen Gastronomie mit etwa 300 Restaurants. Die Strandpromenade erstreckt sich über den gesamten Seedeich und ist von Strassencafés sowie eleganten und einfacheren Restaurants gesäumt. Der Lockruf des Meeres!,  Das faszinierende der Hafenwelt zu bestaunen, das Prickeln der wohltuenden Meeresbrise auf seiner Haut zu spüren, die salzige Meeresluft einatmen und den verspielten oder tosenden Wellen zusehen ist ein wahrer Genuss und nimmt einen auch in Oostende in seinen Bann.

 

   

   

Die St.Petrus- und Pauluskirche und der St.Pietersturm

Von weitem sichtbar liegt Im Stadtzentrum die zwischen 1899 und 1905 im neugotischen Stil erbaute St. Petrus und Paulus-Kirche mit prachtvollen Glasfenstern.  In der Kapelle hinter dem Altar befindet sich die Tumba der Köningin Marie-Louise, der erstem  Königin von Belgien die in Oostende gestorben ist.

   

   

 

Hinter der St. Petrus- und Pauluskirche befindet sich der St. Pietersturm, auch Peperbusse genannt. Es ist ein Rest der ehemalige St. Pieterskirche.

   

 

 

Das Schulschiff Mercator

Von 1932 bis 1960 fungierte die Mercator als Schulschiff für die Offiziere der belgischen Handelsschifffahrt. Jetzt liegt es vor Anker in Oostende, wo es mit seiner authentischen Innenausstattung den perfekten Ort für ein nautisches Museum bildet, eine treibende Schatzkammer voller Gegenständen, die auf den vielen Weltreisen des Schiffes gesammelt wurden. Regelmäßig fährt das Schiff aus dem Hafen aus, um an großen Segelveranstaltungen teilzunehmen.  2012 feiert die Mercator den 80. Jahrestag.

Die Mercator hat 778,26 B.R.T., besitzt einen Hilfsmotor von 500 PS und hat eine Länge ûber alles van 78,40m, seine grôsste Breite beträgt 11,09 m, und es hatte seinerzeit einen Tiefgang von 4,50 m. Die Mercator ist eine Barkantine, d.h. der Fockmast fûhrt Rahsegel, während Gross- und Besangmast mit Schratsegeln getakelt sind.

Normaliterweise führte die Mercator 15 Segel mit einer Gesamtoberfläche von rund 1.600 m². und konnte, wenn der Wind günstig war, 13 Knoten laufen.

Von den Kreuzfahrten während der Vorkriegszeit war die siebente bestimmt die interessanteste. Er war eine Traumreise, die vom 3. Oktober 1934 bis zum 21. Mai 1935 dauerte. Ziel waren die Osterinseln, wo eine französisch-belgische wissenschaftliche Expedition abgeholt werden sollte. Ausserdem jedoch wurden ebenfalls die Pitcairn Insel, Tahiti mit Papeete, die Marqueses Inseln und Honolulu besucht.

1936 wurde der Mercator die Ehre zuteil, die sterblichen Reste des 1889 auf Molokai verstorbenen flämischen Missionars und Apostels der Aussätzigen, Pater Damiaan, nach Belgien zu ûberfûhren.

Am 21. Februar 1940 stach das Schulschiff von Ostende aus in See. Nach eine Reise mit Kurs auf Rio de Janeiro legt die Mercator in Boma an. Dies bedeutete das Ende der 20 Kreuzfahrt und mit ihr die letzte Reise vor dem Krieg. Zu beginn des Jahres 1943 wurde das Schulschiff von der Britischen Admiralität ûbernommen und segelte unter britischer Flagge als “Submarine Depot Ship’ nach Freetown, wo es bis August 1945 blieb. Erst am 18. Januar 1947 kam die Mercator im Schlepptau der “Empire Mary” die Schelde wieder aufwärts gefahren. Vom den einst so zierlichen und gut unterhaltenen Schulschiff blieb nicht viel übrig.

Nach dem 2. Weltkrieg stach das belgische Schulschiff am 20. Januari1951 wieder in See.

Die Mercator fuhr als Schulschiff bis zum August 1960 und machte insgesamt 41 Reisen.

Wâhrend dieser Zeit wurden alle Meere befahren und viele Hâfen angelaufen. Die Mercator erfüllte zahlreiche wissenschaftliche Ausgaben und vertrat Belgien oft im Ausland. Das Schiff nahm auch an drei Segelwettfahrten teil. Wâhrend all der Jahre, in denen die Mercator als Schulschiff diente, stand sie von 1932-55 unter Befehl von R. Van de Sande und von 1995-1960 unter R. Ghys.

 

 

 

Die Stadt lädt mit ihren vielen Einkaufstrassen aber auch nur zum Bummeln und Verweilen ein. Dabei kann man das neue und alte Ostende entdecken.

   

 

 

 

 

Das Therme Palace Hotel, zusammen mit der 390 m langen Galerie ist eines der eindrucksvollsten und elegantesten Hotelbauten an der belgischen Küste.

 

 

 

Oostende ist aber nicht nur die grösste Küstenstadt Belgiens,  Fischerei- und Verkehrshaupthafen. Die Stadt besitzt auch die meisten Badestrände, fünf an der Zahl. Auch gilt Ostende als Belgiens kulinarische Hauptstadt am Meer, wovon ich mich selber überzeugen konnte.

Ostende hat viele Geschäfte, Restaurants, Bars und Ausgehmöglichkeiten zu bieten.

 

Die Strandpromenaden belgischer Küstenstädte sind zwar meist von schmalen Appartement-Burgen gesäumt, direkt hinter den hohen Häuserfronten liegen aber wunderschöne Städte und Ortschaften voller grosser und kleiner Villen. Diese traumhaften Villenviertel gibt es nur in Ostende nicht - die Stadt ist dafür viel zu grossstädtisch - trotzdem ist das Zentrum mit der Kathedrale, dem Fischerhafen, dem Kasino und schönen Einkaufsstrassen und Plätzen voller Cafés wirklich ausgesprochen nett. Es gibt neben den Massenbetrieb-Bausünden bemerkenswerte Bauwerke zu bewundern.

Die Stadt ist aber auch Verkehrsknotenpunkt,  denn die pulsierende Stadt ist mit exzellenter Bahn- und Autobahnanbindung und der Fährlinie das Drehkreuz der belgischen Küste. Zudem erreicht man von Ostende aus wirklich jeden Küstenort mit der mehr als genialen, über 60 Kilometer langen Küstenstrassenbahn die von Knokke bis nach De Panne fährt.

   

Der Bahnhof Oostend wurde erbaut in den Jahren 1910-1913 im barocken Stil erbaut.  Der Bahnhof liegt im Zentrum der Stadt nahe des Fischereihafens, der Promenade und dem Einkaufszentrum. Markant ist der runde Kuppelbau der einst Bahnhofshalle war und heute als Verkaufsstelle für die Tickets dient.

   

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