Batterie Merville

Die Artilleriebatterie bei Merville war eine deutsche Atlantikwall Geschützstellung  die am D-Day für die landenden Truppen gefährlich war. Die Batterie wurde am 6. März, am 6. Mai und 27. Mai 1944 von Feldmarschall Rommel im Laufe seiner Inspektionen besucht.

Die Batterie war ausgezeichnet geschützt von einem mehr als 360 Meter langen, fast 5 Meter breiten  und 3 Meter tiefen  Panzergraben auf der  West- und Nordwestseite und durch zusätzliche Reihen von Stacheldraht Hindernissen  von denen eines  fast 2 Meter hoch und 3 Meter breit war. Zwischen den Stacheldraht  Barrieren legten die Deutschen zusätzliche Minenfelder an.

Die 3. Britischen Infanteriedivision, in der Stärke von ca. 30.000 Soldaten, die am 6. Juni 1944 um 07:25 Uhr im Rahmen der Invasion diesen Strandabschnitt, die den Operationsnamen Sword bekam,  zugeteilt wurde, waren in ihren Landungsbooten den vier Kanonen der Batterie Merville ausgesetzt.

Die Alliierten sahen deshalb vor, diese Batterie, von der angenommen wurde dass sie mit vier 150-mm-Haubitzen ausgerüstet war, im Verlauf der in der Nacht gestarteten Operation Tonga zu zerstören, um die an den Stränden landenden Truppen zu entlasten.

Die effektivste Möglichkeit war nach Meinung der Alliierten die Batterie mit einer  Bombardierung, von  mehr als 1.000 von 109 Lancasters abgeworfene Bomben zu schwächen und anschliessend mit einem Luftlandeangriff auszuschalten. Eine blosse Bombardierung war insofern schwierig da die Kanonen in ihren Bunkern von zwei Meter starken Betonwänden geschützt waren, und von 160 Deutschen Soldaten bewacht und bedient wurden. Ihnen standen diverse Maschinengewehrposten und drei 20-mm-Flak-Kanonen zur Verfügung. Der Befehlsstand und Feuerleitstelle der Batterie befand sich etwa zwei Kilometer weiter nördlich in Ouistreham, nahe dem Strandabschnitt Sword.

Diese Aufgabe wurde dem 9. Bataillon der 6. Britischen Luftlandedivision, unter dem Befehl von Oberstleutnant Terence Otway, übertragen.  Diese hatten sich akribisch auf diese Aufgabe vorbereitet und an in West Woodbury, England nachgebauten 1:1 Attrappe der Batterie Merville mehrfach geprobt.

Um 0:20 Uhr sprangen die ersten Soldaten ab um Aufzuklären, Mienenräumen und sichere Wege zu markieren um den eigentlichen Sturmangriff vorzubereiten.  

Der Hauptteil sollte um 00:50 Uhr abspringen wurde aber durch die schlechten Wetterverhältnisse weit auseinander getrieben. Von den über 700 abgesprungenen Fallschirmjägern und 35 Offizieren schafften es nur etwa 150 zum vorgesehenen Sammelpunkt zu gelangen.  Mit drei Horsa-Lastenseglern  wurden weitere Soldaten, darunter Pioniere, die für die Sprengungen der Batterien zuständig waren  abgesetzt. Allerdings erreichte viel für den Angriff vorgesehenes Material wie Jeeps, panzerbrechenden Waffen, Minensuchgeräte und auch Sanitäter den Treffpunkt nicht.

Trotzdem entschied Otway  die Batterie mit seinen Männern anzugreifen obwohl ihm ein Grossteil der Männer und schweren Waffen fehlten. Er stand auch unter Zeitdruck denn wenn er bis 05:30 Uhr kein Erfolgsmeldung an das vor der Küste liegende Kriegsschiff, die HMS Arethusa, sende werde dieses das Feuer auf die Batterie eröffnen.

Der Kampf zwischen den Alliierten und den deutschen dauerte etwa eine halbe Stunde und gegen 05:00 Uhr war die Batterie ausgeschaltet und in britischer Hand. Otway konnte die Erfolgsmeldung absetzen.

Die Kampfhandlungen kosteten auf alliierter Seite 66 britischen Fallschirmjägern das Leben und 30 weitere wurden verwundet. Von den weit abgetriebenen Fallschirmjägern die das Ziel nicht erreichten fielen  22 in Deutsche Gefangenschaft und 200 gelten bis heute als vermisst. Auf deutscher Seite starben 140 Soldaten.

Heute befindet sich auf dem zehn Hektar grossen Gelände der Batterie ein Freilicht-Museum, welches die Besucher in die Geschichte der Batterie und die Kämpfe in den frühen Morgenstunden des 6. Juni 1944 zurückversetzt. Viele Bunker der Batterie wurden freigelegt und dem Publikum zugänglich gemacht.

 

   

In einem der Bunker wird man visuell durch eine Ton- und Lichtshow in den Kampf mit einbezogen. Ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig in einem Bunker eine schiessende Flab-Kanone zu sehen, wenn man aber die Augen schliesst und nur den Ton in sich aufnimmt ist es ungewöhnlich eindrücklich und lässt einem erschaudern.  Mit diesen Geräuschen im Ohr dann nochmals die verschiedenen Bunker und Ausstellungen zu besuchen kann ich nur empfehlen.

Musée de la Batterie de Merville   49°16'12.21"N   0°11'47.59"W       (Besucher 2009  56'000)
Place du 9ème Bataillon 14810 MERVILLE-FRANCEVILLE
Tel. : +33 2 31 91 47 53
Fax : +33 2 31 91 47 53
Email : museebatterie@wanadoo.fr
Website : www.batterie-merville.com

Eine sehenswerte Anlage, diese in der Nacht vom 5. zum 6. Juni 1944 bombardierte, eroberte und lange als uneinnehmbar betrachtete berüchtigte Batterie zu besichtigen. Sie war eines der vorrangigen Ziele des alliierten Oberkommandos. Geöffnet vom 15.03. bis zum 15.11.

   

Ruhe und Entspannung im Naturpark

 

Auf dem Rückweg nach Ranville habe ich am Nachmittag einen Abstecher zum Naturpark an der Orne Schleife bei Sallenes gemacht um die schwere Kost vom Vormittag zu verdauen und meine Gedanken wieder frei zu machen. Eine herrliche Naturlandschaft die mich mir ihrer Schönheit fasziniert hat. Einfach mal einige Stunden umherzuschweifen und die Natur auf sich einwirken zu lassen, die Vielfalt zu geniessen und die Ruhe in sich aufzunehmen.  

 

 

     

Diese wurde allerdings jäh unterbrochen durch eine Schrecksekunde die mir fast  das Herz stehen liess. Ich war bereits seit längerem beim beobachten eines Fischreihers der langsam an einem Tümpel auf und ab ging und anscheinend eine feine Mahlzeit im Auge hatte. Natürlich wollte ich mir das nicht entgehen lassen und stand ohne mich zu rühren, steif wie ein Baumstamm,  da und beobachtete das Geschehen durch den Sucher meines Fotoapparates  um im richtigen Moment abzudrücken. Und genau in diesem Moment bekomme ich einen Schlag an mein Bein und etwas schnellte zwischen meinen Beinen hindurch.  Ich bin dadurch so erschrocken, dass ich fast meine Kamera fortgeschmissen hätte und meine Knie fingen an zu zittern. Im allerletzten Augenblick sah ich noch wie etwa drei Meter vor mir ein stattlicher Hase in seinen Bau verschwand. Kurz darauf kam ein kleiner Hund angerannt der diesen Hasen gejagt hatte.  Im Nachhinein habe ich mir überlegt, wer wohl mehr erschrocken ist, ob ich, oder der Hase der plötzlich und unerwartet ein Hindernis auf seinem Fluchtweg in seinen Bau fand.  Der Fischreiher war mit seiner Beute natürlich bereits weg und die ganze Warterei war umsonst. Trotzdem die Zeit in dem Naturparadies war einen Abstecher wert.

   


Weitere Bilder zur Batterie Merville und zum Naturpark im Fotoalbum Batterie Merville

Weitere Informationen zu den Befestigungen des Atlantikwall unter:
http://www.battletours.de/index.php?option=com_content&view=article&id=230&Itemid=233