Landungsstrand Juno Beach

Am 6. Juni 1944 begann, mit der Invasion der Alliierten in der Normandie, eine der prägnantesten Operationen des zweiten Weltkrieges, die für die Freiheit in Europa noch Heute eine ganz besondere Stellung und Bedeutung hat.

Auf meiner Pensionierten Reise habe ich nun Gelegenheit diese weltbewegenden, geschichtsträchtigen Schauplätze hautnah und auch mit besonderem Interesse zu besuchen.

Meine Besichtigungstour der Landungsstrände startete ich am Juno Beach. Dies war der Operationsname für einen französischen  Küstenabschnitt. Er lag zwischen Saint Aubin-sur-Mer im Osten und zwischen den beiden Städten La Rivière-Saint-Sauveur und Courseulles-sur-Mer  im Westen. Die Landezone war nochmals in zwei Abschnitte mit den Namen Mike  und Nan unterteilt. Im Rahmen der gesamten Operation Overlord wurde dieser Strandabschnitt kanadischen Truppen zugewiesen, er lag zwischen den – jeweils britischen – Abschnitten Sword und Gold. Die Truppen Kanadas unter General-Major Rodney Keller landeten am D-Day  (6. Juni  1944) an diesem Strandabschnitt, der daher auch oft Kanadischer Strand genannt wird

Vierzehntausend junge Kanadier stürmten am D-Day den Juno Beach. Ihr Mut, Entschluss und Selbstaufopferung waren die unmittelbaren  Gründe für den Erfolg in jenen kritischen Morgenstunden. Die Gegenwehr der Deutschen war wild und furchterregend. Der Preis, den sie bezahlten, war hoch - die Kämpfe um die Ausgangsbasis kosteten 340 kanadische Soldaten das Leben und weitere 574 wurden verwundet. . John Keegan, bedeutender britischer Historiker schrieb bezüglich der kanadischen Erfolge am D-Day "Am Ende des Tages standen die vorrückenden Kanadier tiefer in Frankreich als jede anderen Einheit. Die Gegenwehr der die  Kanadier ausgesetzt waren war fast so heftig wie die der amerikanischen Divisionen am Strand von Omaha Beach. Das war eine  Leistung auf die die ganze kanadische Nation beträchtlich Stolz sein kann"

Heute plätschert das Meer bei Courseulles-sur-Mer ganz friedlich gegen den breiten feinen Sandstrand und die Badegäste denken nicht an diese Zeit zurück. . Nur noch eine Bunker-Ruine ragt schräg aus der Dünenkante und es ist schwer zu begreifen, dass genau an dieser Stelle im damaligen JUNO-Sektor Menschen an den Strand stürmten und durch Maschinengewehre anderer Menschen niedergemäht wurden.

   

   

Gut erklärende Tafeln informieren über das Geschehen und leiten einem zu den markanten Punkten. Diverse Monumente und Gedenktafeln erinnern dabei an die vielen Opfer.

   

Nebenan markiert ein überdimensionales Lothringer Kreuz die Stelle, an der Churchill am 12., General de Gaulle am 14. und König Georg VI am 16. Juni 1944 französischen Boden betraten.

   

     

Am Strand findet man einen Panzer der in einen Bombentrichter gefahren wurde und dadurch unmanöverierbar zurückgelassen,  wom Sand zugedeckt wurde, später sogar eine Strasse darüber gebaut, und erst viele Jahre danach bei Bauarbeiten herausgeholt, restauriert und ausgestellt wurde. Mitten in der Stadt findet man noch einen Sherman Panzer, der 1970 aus dem Meer geborgen wurde, wieder hergestellt und bevor es ausgestellt worden ist wurden an ihm Ehrentafeln von Einheiten, die in diesem Gebiet kämpften, angebracht. Ein Tafel wurde Leutnand Leo Gariepy gewidmet, der genau an dieser Stelle mit seinem Panzer in Kämpfe verwickelt war. Heute erinnert das  Relikt im Stadtzentrum an den 6. Juni 1944.

 

In Strandnähe gibt es auch ein Museum, das Centre Juno Beach, das als Gedächtnisort für die kanadischen Truppen die hier landeten , kämpften und viele Tote zu beklagen hatten, eingerichtet worden ist. Das Centrum wird vom Juno Beach Centre Verein in Burlington, Ontario, Kanada durch dessen Präsidenten Garth Webb, der selbst bei der Landung teilgenommen hatte geleitet. Dieses Centrum ist eine Huldigung der Männern und Frauen, die in der kanadischen Armee während des  zweiten Weltkriegs und dem D-Day dienten. Diesen Leuten schulden wir die Freiheit, die wir heute als selbstverständlich betrachten. Lasst uns nie ihr Opfer vergessen.

   

Für mich, der sich sehr für die damaligen Geschehnisse interessiert,  ist es ein beeindruckendes aber auch bedrückendes Gefühl über diese hart umkämpften Strände gehen zu dürfen und mich in Gedanken um 66 Jahre zurück zu versetzen.  Ich denke dabei im speziellen an die vielen Soldaten, die weit weg von ihrer Heimat, den Angehörigen und Liebsten,  an diesem Strand kämpften und viele von ihnen ihr Leben hingaben, nur um uns Europäern unsere Freiheit wieder zu geben.  

Viele Gedenktafeln, Monumente, Museen und vor allem Kriegsgräber führen mir vor Augen wie gross die Verluste waren die für uns gebracht wurden.  Hinter jedem Namen den ich lese steht für mich auch ein Schicksal. Eine Mutter oder Vater die ihren Sohn verloren, ein Mutter die den Vater ihrer Kinder hergeben musste, ein Ehemann, Freund, Bruder  oder Arbeits- und Schulkamerad der fern der Heimat für diesen unsinnigen Krieg ihr Leben hingaben.

Das Ziel meiner Besuche der Kriegsschauplätze hat nichts mit Voyeurismus zu tun, sondern führt mich an eine Fülle von Gedenkstätten die militärgeschichtliche Kronzeugen aus einer das Schicksal Europas prägenden Episoden sind.

Mehr Informationen zu „Juno Beach“ findet ihr unter:
http://www.battletours.de/index.php?option=com_content&view=article&id=46&Itemid=48

Der Besuch dieser Stätten bieten mir aber auch einzigartige Landschaften, faszinierende Ortschaften und Städte, gastronomische Reize und neue Bekanntschaften.  

Eine davon, mit der ich mich hier am Strand vom Juno Beach verabredete, war die mit Jan-Hendrik der zusammen mit seiner Partnerin Bianca seit einigen Jahren die gleichen Interessen teilt und die Normandie bereist.  Nun haben sie ihre Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse auf einer umfangreichen Webseite ( http://www.battletours.de/ ) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.  Auch ich bin bei meinen Internet Recherchen darauf gestossen und bekam auf meine Fragen im Forum   bereitwillig und überaus ausführliche Antworten und zusätzliche Anregungen für meine Reise, die ich in keinem Reiseführer finden würde. Da in seinen Ferien auch Jan-Hendrik  mit seiner Familie wieder in der Normandie weilte nutzte ich die Gelegenheit zu einem persönlichen Zusammentreffen.

Ich war in doppelter Hinsicht überrascht und erfreut. Zum einen hatte ich mir meine Gedanken  gemacht, dass hinter diesem Internetauftritt sicher ein Veteran steht und seine persönlichen Erlebnisse und die Geschichte der Nachwelt  erhalten möchte. Aber weit gefehlt, das stand doch tatsächlich ein junger Mann vor mir,  der fast seine ganze Freizeit diesem Thema widmet und mit einem sich selbst angeeigneten unermesslichen Hintergrundwissen und unglaublichen Aufwand ins Internet bringt.  Das verdient meinen Respekt, Hochachtung und ist mit Worten kaum zu würdigen. Wenn auch ihr http://www.battletours.de/ so gut findet, freuen sich die Macher über einen Gästebuch Eintrag der ihr einziger Lohn für die grosse Arbeit ist.  

Und zum zweiten habe ich, trotz der schwere dieses Themas,  eine zufriedene und glückliche Familie angetroffen die alle, auch die beiden neunjährigen Zwillinge Finja und Alexander, vor liebenswerter Lebensfreude nur so sprudelten. Für mich war es ein Highlits mit ihnen zusammen einen unvergesslichen Abend zu verbringen.  Ich habe sehr viel zusätzlich Informationen bekommen die ich gerne angenommen und auch verwirklichen werde.  Daneben habe ich aber auch liebe Freunde gewonnen die durch ihre offene Art mein Herz im Sturm erobert haben.  Vielen Dank Bianca, Jan-Hendrik, Finja und Alexander, es waren wunderschöne Stunden mit euch und ich freue mich jetzt schon auf unser nächstes Treffen.