Der amerikanische Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer


Das World War II Normandy American Cemetery and Memorial wurde als Ehrung für die während der Operation Overlord gestorbenen US-amerikanischen Soldaten am 8. Juni 1944 von der 1. US-Armee gebaut. Der Friedhof befindet sich bei Colleville-sur-Mer direkt über dem Omaha Beach. Er liegt östlich von Saint-Laurent-sur-Mer und nordwestlich von Bayeux.

Hier ruhen auf einer Fläche von 70 Hektar nicht nur die Soldaten die an den Stränden am 6. Juni zu Tode kamen. Hie fanden auch Männer ihre letzte Ruhestätte, die an anderer Stelle in der Normandie umkamen und deren Leichnahme von den verstreut liegenden provisorischen >Friedhöfen hierher an den symbolträchtigen Standort am Omaha Beach überführt wurden. Es ist der einzige amerikanische Soldatenfriedhof in der Normandie.

Es ist bedrückend und beeindruckend zugleich wenn man die Gräberfelder mit den 9'386 weissen Kreuzen aus Marmor betritt.

   

Ein Vater und sein Sohn liegen dort nebeneinander begraben. In 33 anderen Fällen liegen Brüder nebeneinander. 307 Gräber tragen die Inschrift "Nur Gott kennt sie". 14'000 weitere Leichnahme wurden auf Bitten der Familien in die Vereinigten Staaten überführt.

Eines der bekanntesten Gräber ist das von Theodore Roosevelt, Jr. (* 13. September 1887 in Oyster Bay, New York; † 12. Juli 1944 in der Normandie).
Theodore „Ted“ Roosevelt, Jr. war der älteste Sohn des 26. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Theodore Roosevelt (1858–1919), vom Oyster-Bay-Zweig der Familie, und ein entfernter Cousin des 32. Präsidenten Franklin D. Roosevelt (1882–1945) vom Hyde-Park-Zweig. Er stand während der ersten Hälfte seines Lebens politisch immer im Schatten seines Vaters, des „alten Löwen“, und während der zweiten Hälfte im Schatten des Cousins. Seine eigenen politischen Ambitionen blieben weitgehend erfolglos. Ihm fehlten einfach „der Sinn für richtiges Timing und das Gespür für die politische Stimmung“ .

Aber als Soldat war Ted Roosevelt in seinem Element. Er war im Ersten Weltkrieg der jüngste Regimentskommandeur im Gefecht und am D-Day der älteste Soldat im Kampfeinsatz. Mut, Tapferkeit und hoher persönlicher Einsatz trotz fortgeschrittenen Alters und körperlicher Behinderung führten dazu, dass er gegen Ende des zweiten Weltkrieges einer der höchst-dekorierten Soldaten der US-Armee war. Er hatte sämtliche Kriegsauszeichnungen erhalten, die sein Land an Angehörige der Bodentruppen zu vergeben hatte, und noch einige ausländische dazu.

Wegen seines ausserordentlichen persönlichen Einsatzes bei der Landung wollte General Bradley ihn zum Generalmajor befördern und ihm das Kommando über die 90. US-Infanteriedivision übertragen. Der Befehl dazu lag auch schon zur Unterschrift auf Eisenhowers Schreibtisch, aber Roosevelt war in der Nacht zum 12. Juli an einem Herzinfarkt gestorben.

Er wurde für seine „Tapferkeit und Furchtlosigkeit unter Lebensgefahr“ postum mit der Medal of Honor ausgezeichnet

Roosevelt wurde am 14. Juli, dem Bastille-Tag, beigesetzt. Seine Ehrensargträger waren die Generale Bradley, Patton, Collins, Huebner, Barton und Hodges.


Der Garten der Vermissten

An den Wänden des halbkreisförmigen Gartens auf der Ostseite des Denkmales sind die Namen von 1557 vermissten Amerikanern eingraviert.

 

Das Denkmal besteht aus einer halbkreisförmigen Säulenreihe mit einer Loggia an jedem Ende und enthält Karten und Berichte der Militäreinsätze. Im Zentrum ist eine Bronzesäule aufgestellt, auf der „Geist der amerikanischen Jugend“ steht.

 

 Westlich vom Denkmal liegen das Gräberareal sowie eine kreisförmige Kapelle.

 

Hinter der Kapelle sind symbolische Statuen  aufgestellt, die die Vereinigten Staaten sowie Frankreich repräsentieren.

 
 

Alljährlich erweisen mehr als eine Million Besucher aus der ganzen Welt den Gefallenen ihre Referenz. Damit ist der Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer die meistbesuchte Gedenkstätte in der Normandie und zieht mehr Besucher an als das grösste D-Day Memorial Museum in Caen. 


Ein weiterer amerikanischer Soldatenfriedhof mit seiner Gedenkstätte für die Gefallenen in der Bretagne liegt 2,4 Kilometer südöstlich von Saint-James, 19 Kilometer südlich von Avranches und 22,5 Kilometer nördlich von Fougères

Auf dem 11,33 Hektar grossen Gelände liegen 4.410 amerikanische Opfer der Schlacht um die Bretagne und die Normandie begraben. In der Umgrenzungsmauer der Terrasse des Denkmals sind die Namen von 498 Amerikanern eingraviert, deren Leichen nie gefunden wurden bzw. die als verschollen gelten. Der Friedhof wurde am 4. August 1944 von der 3. US-Armee zur Bestattung ihrer Gefallenen eröffnet.
 

Amerikanischer Soldatenfriedhof - Omaha Beach
Cimetière Américain de Normandie 14710 COLLEVILLE-SUR-MER
Tel. : +33 2 31 51 62 00
Fax : +33 2 31 51 62 09
Website :
www.abmc.gov

Das Besucherzentrum

Es schildert die Tragweite und Bedeutung der Operation Overlord und ehrt die Werte ond Opfer der Generation des zweiten Weltkrieges.


Besucher können den Friedhof von 9 bis 17 Uhr besichtigen