Sainte-Marie-du-Mont

In der  Nacht vom 5. auf den 6. Juni 1944 landete eine Anzahl Soldaten der 101. US Airborne Division im Umkreis des Dorfes Sainte-Marie-du-Mont. Einige davon landeten mitten im Dorfzentrum. Die ganze Nacht über fanden dann sporadische Zusammenstösse mit den Deutschen Verteidigern statt. Am Morgen des 6. Juni wurde das Dorf von den Fallschirmjägern aber gesäubert und befreit. Am Nachmittag erreichten dann die ersten Truppen der 4. britischen Infanteriedivision den Ort, die in den frühen Morgenstunden am Strand von Madeleine (Utah Beach) gelandet waren. 

Heute findet man rund um die Kirche und an einigen Häusern ein Dutzend Hinweistafeln auf denen die Ereignisse vom 6. Juni beschrieben werden. Die Texte dazu stammen von einem Einwohner des Dorfes, dem Schriftsteller Gilles Perrault.

Mehr Informationen unter: http://www.battletours.de/index.php?option=com_content&view=article&id=157&Itemid=154

Zwei recht gegensätzliche Museen befinden sich im Dorfzentrum.

Das Museum der Besatzung

Es befindet sich hinter der Kirche im ehemaligen Verwaltungsgebäude der Besatzer und zeigt in eindrücklicher Weise die schwere Zeit und die Entbehrungen  die die Bevölkerung während der Besatzungszeit durchmachen musste. Ein Teil der Ausstellung widmet sich auch dem schrecklichsten Kapitel der Nazizeit, der Judenverfolgung und Vernichtung. In einem Ausstellungsraum fallen einem grosse Wandgemälde auf die von einem der Soldaten während seiner Dienstzeit gemalt wurden und ein bisschen Heimatgefühle bringen sollten. 

 

   

   

Das Museum der Befreiung

Dieses befindet sich gegenüber der Kirche am Dorfplatz und widmet sich den Befreiern. Es zeigt Waffen, Uniformen, Fahrzeuge und Dokumente von der Landung und Befreiung des Ortes durch die Fallschirmjäger.

   

Am Dorfplatz steht immer noch die historische Handpumpe an der sich damals die Bevölkerung mit Frischwasser versorgte, an der sich auch die Soldaten  mit Trinkwasser bedienten.

 

Die Kirche

Der eigentliche Dorfmittelpunkt bildet die alles überragende Kirche dessen römisches Kirchenschiff zwei Bauabschnitte hat. Der Bau des mittleren Kirchenschiffes stammt aus dem 11., die beiden Seitenschiffe wurden im 12. Jahrhundert angefügt. Die Wände deren Backsteine wie Gräte aufgeschichtet sind zeigen eine vorromanische Technik. Die Skulpturen der Kapitelle stammen aus der Erweiterung die um 1600 stattfand.

 

 

Das Schloss

Das Schloss von Sainte Marie du Mont stammt aus dem 16. und dem frühen 17. Jahrhundert und befindet sich in Privatbesitz. Das Eingangsportal zum Schlosspark, das sich direkt neben dem Museum der Besatzung befindet, steht unter Denkmalschutz. 

Das Schloss gehört einer in Grossbritannien eingetragene Gesellschaft,  Chateau Sainte Marie du Mont Limited,  deren einziger Vermögenswert das Schloss, dessen Inventar und des Grundstückes ist. Die einzelnen Aktien im Wert von je 19'000 £  berechtigen den Eigentümer zu einer Woche Belegung des Schlosses pro Kalenderjahr. Je mehr Aktien desto länger kann sich der Besitzer als Schlossherr fühlen.

   

Am Gemeindehaus im Hintergrund wurde eine Ehrentafel angebracht für die 101. Airborne Division die den Ort am 6. Juni von den Nazis befreite.

 

Sainte-Marie-du-Mont bietet aber auch dem Besucher der sicht nicht speziell für die Geschichte interessiert einiges schönes um hier zu verweilen. Da sind vor allem die gemütlichen Gaststätten die sich rund um den Kirchplatz anbieten und mit hervorragender Küche aufwarten. Wunderschöne alte Gebäude und wenn man sich Zeit nimmt und so durch die Gassen schlendert sieht man das eine oder andere Sehenswerte wie der Olivenbaum im Garten eines Hinterhauses.

    

   

Von Sainte-Marie-du-Mont sind es nur einige Minuten bis zum Landungsstrand Utah Beach. Auf halbem Weg findet sich auf der rechten Strassenseite ein Denkmal für die 800 dänischen Marinesoldaten die an der Landung beteiligt waren. Sie hatten sich während der deutschen Invasion gegen England und Dänemark im April 1940 mit ihren Schiffen England angeschlossen.