Sainte-Mère-Église

Am frühen Morgen, kurz nach 01:00 Uhr  des D-Days, also des 6. Juni 1944, landeten 13.000  amerikanische Fallschirmjäger der 82. US-Luftlandedivision (82nd Airborne) im Zuge der Operation Overlord in der im Hinterland des Strandabschnitts Utah Beach gelegenen Stadt. Die Übernahme des Ortes wurde der 82. US-Luftlandedivision gewährt, tatsächlich haben aber auch wegen eines Absprungfehlers viele Fallschirmjäger der 101. US-Luftlandedivision daran teilgenommen.

Durch einen für sie sehr unglücklichen Zufall war ein Teil der Bevölkerung mit der Bekämpfung eines Wohnhausbrandes, direkt neben der Kirche, beschäftigt die von den wachhabenden deutschen Soldaten beaufsichtigt wurden und die erste Welle der Fallschirmjäger sofort bekämpften. Der zweiten Welle ging es dann noch viel schlechter, denn diesmal war die ganze deutsche Garnison in Kampfbereitschaft und viele Fallschirmjäger kamen bei dieser verlustreiche Luftlandeoperation zu Tode, noch bevor sie überhaupt den Boden berührten.

Zwei Gedenksteine erinnern in der Nähe des Dorfkerns an die Stelle, an denen sich zwei Militärbegräbnisstätten befanden. Auf ihnen wurden vorübergehend 8'000 Amerikaner bestattet die in der Normandie gefallen sind, bevor man sie 1948 in die USA brachte oder auf den Ehrenfriedhof nach Colleville-sur-Mer. 

 

Eine dritter Friedhof wurde in Blosville eröffnet. Insgesamt fanden hier 14'000 Amerikanische Soldaten ihre provisorische letzte Ruhestätte.

Im Schatten der Bäume hinter der Kirche befindet sich noch heute die alte Wasserpumpe die damals das Löschwasser lieferte und in dem nahem Museum ist der Handpumpenlöschwagen ausgestellt.

   


Bekannt wurde der Ort durch das Missgeschick des amerikanischen Fallschirmjägers John Steele der mit seinem Fallschirm an einem der Ecktürme des Kirchturms hängen blieb und sich nicht befreien konnte, da der Kirchenplatz heftig umkämpft war. Ausser ihm blieb noch ein zweiter Soldat, der 17-Jährige Ken Russell, an der Kirche hängen. Von dort oben mussten sie mit ansehen, wie ihre Kameraden erschossen wurden. Heute erinnert eine Puppe an der Kirchturmspitze an den ungewollten Landepunkt der beiden Fallschirmspringer und der Kirchplatz gehört zu den wichtigsten touristischen Orten des Dorfes.

   

Es ist schon ein Privileg solch geschichtsträchtige Orte besuchen zu dürfen. Einfach durch die Strassen zu schlendern wo man immer wieder auf Hinweistafeln stösst die Erklärungen abgeben zu den Geschehnissen von damals. Museen besuchen die mit Originalgegenständen und vielen  Fotos den Eindruck vermitteln mitten drin zu sein. So kann ich mich auf eine Zeitreise begeben zurück zum 6. Juni 1944. Ich selbst war zu diesem Zeitpunkt gerade mal seit 14 Tagen auf dieser Welt und bin darum sehr dankbar, dass ich 66 Jahre später immer noch so ausführliche Dokumente und Erklärungen vorfinde. Gerade aus diesem Grund finde ich meine Reise durch die Normandie so beeindruckend, teilweise sogar bedrückend. Kann mich aber daneben auch erfreuen, wenn ich sehe wie in der heutigen Zeit die Landungsstrände, die so viele Todesopfer forderten, mit neuem Leben erfüllt sind, aber doch nicht ohne Respekt und Ehrfurcht vor den Opfern. Bunker zu Kaffees umfunktioniert wurden und Maschinengewehr Stellungen zu Blumenkübeln.    

Mehr Informationen zu Saint-Mére-Eglise unter:
http://www.battletours.de/index.php?option=com_content&view=article&id=158&Itemid=155

In der Kirche selbst sind Kirchenfenster auf denen sich das Weltliche und das Militärische in einem geheiligten Raum begegnen. Eines der Fenster stellt den Erzengel Michael dar (Schutzheiliger der Fallschirmjäger), wie er den Nazidrachen tötet. Das andere stellt die Jungfrau Maria dar, umringt von Fallschirmjägern.

 

Die heilige Mutter Kirche von Sainte-Mère-Eglise wurde bereits im 12. Jahrhundert gegründet, wie aus früheste Aufzeichnungen hervorgeht als „Sanctae Mariae Ecclesia-“ Latein für Kirche der heiligen Mutter. Sie ist nicht nur sehenswert wegen der Fallschirmpuppe und der Geschichte um den 6. Juni sondern vor allem auch wegen ihrer reichen Ausschmückung.

   

   

Man findet darin auch das Gebet der Fallschirmjäger.

Weg der Freiheit

 

 

 

Vor dem Rathaus steht der Kilometerstein mit der Zahl 0 und ist der Ausgangspunkt für den Weg der Freiheit, die in Bastogne / Belgien endet.

Seine Krone ist von 48 Sternen umrahmt die die 48 Staaten der Vereinigten Staaten im Jahre 1944 repräsentieren.
Die vier roten Rechtecke stellen die 4 Abschnitte des Weges der Freiheit: Sainte-Mère-Eglise/Cherbourg, Sainte-Mère-Eglise/Avranches, Sainte-Mère-Eglise/Metz und Sainte-Mère-Eglise/Bastogne in Luxemburg dar.
In seiner Mitte ist die Fackel der Freiheit aus dem Meer, nach dem der Freiheitsstatue in New York nachempfunden.
Dieser Kilometerstein, 1,20 Meter gross, wiegt 435 kg und ist der erste von insgesammt 1200 die den Weg der Freiheit säumen.

 

 

 

 

 

Bildergalerie Sainte-Mére-Eglise damals und Heute

Airborne Museum

Das Museum zeigt ausführlich die Geschichte der amerikanischen Airborne mit Fotografien und vielen Original Gegenständen. Dazu zeigt es zwei Filme mit Originalaufnahmen aus den Militärarchiven sowie eine Nachbildung eines Waco Segelflugzeuge und ein C47-Transport-Flugzeuge. Auf der Aussenfläche sind Tanks, Fahrzeuge und Kanonen ausgestellt.

   

Mehr Bilder im Fotoalbum Airborne Museum
Das Museum ist täglich geöffnet von 1 Februar - 30. November.

Musée Airborne St Mere Eglise
14 rue Eisenhower
50480 St Mere Eglise