Rund um das Cap de la Hague

Das Cap La Hague ist das nordwestlichste Gebiet der Normandie bzw. der Landschaft Cotentin im Département Manche. La Hague war im Mittelalter eines von vier Archidiakonaten des Bistums Coutances (die drei anderen sind: Bauptois, Val de Saire und Valognes).

Gestartet bin ich am 26. 3. In Cherbourg  zu meiner Rundreise durch die überaus schöne und wildromantische Natur am Kap La Hague, die nicht nur eine Inspirationsquelle für Natur- und Kunstliebhaber ist, sondern auch mich total faszinierte, verzauberte und zum Verweilen einlud.  Meine Tour führte mich über kleine Nebenstrassen der Küste folgend, die abwechslungsreicher mit Granitküsten, Felsen, Dünen und Stränden nicht sein kann, in kleinen Etappen von Ort zu Ort wo ich je nach Lust und Laune auch einmal einige Tage verbrachte und die herrliche Aussicht in mich aufsog.

Meinen ersten Halt machte ich bereits nach wenigen Kilometern, kurz nach Landemer auf einer Anhöhe wo sich mir eine wunderbare Rundsicht bot. Nicht nur der Standplatz für mein Wohnmobil (N49° 40' 46.67" E1° 46' 10.49") mit gepflegtem WC, Waschgelegenheit und Abfallcontainer) hat mich eingeladen, sondern auch der Standort auf einer ehemaligen Atlantikwall Verteidigungsanlage. Diese wird heute noch mit Leben erfüllt da sie von Fledermäusen als Quartier auserkoren wurde. Besonders nachts ist es ausserordentlich spannend zu sehen wie die kleinen Geschöpfe mit ungemeiner Präzision die kleinen Maueröffnungen durchfliegen. Sie lieben es aber nicht wenn sie beim schlafen gestört werden.

   

     

Vom Aussichtspunkt führt ein sehr schöner Weg, der schon in frühester Zeit als Zöllnerweg benutzt wurde,  dem Strand und den Klippen entlang den ich mir natürlich nicht entgehen liess. Allein dieser Weg ist es schon Wert hier einen Halt einzulegen.

   

Nach ca. 1.5 Stunden Weg sah ich bereits mein zweiter Standplatz wo ich mich wieder aufhalten werde. So zieht es sich rund um das Cap und immer wieder wird man überrascht was für schöne, gediegene und ruhige Standplätze man findet und immer an schönster Lage. Alleine die Natur, das treiben der Fischer die von Möven Schwärmen umflogen werden in der Gewissheit, dass für sie etwas abfällt, erfreuen nicht nur das Auge sondern auch das Herz.

   

   

Selbst mitten im Grünen, weitab vom nächsten Haus und direkt am Strand gelegen finden sich offizielle Standplätze die hier kein Mensch vermuten würde, käme er nicht per Zufall hier vorbei.

Das Kap La Hague ist aus vielen Gründen eine Reise wert. Schon Künstler, wie zum Beispiel Jean-Francois Millet oder Jacques Prévert, fühlten sich von La Hague inspiriert und hinterliessen hier ihre Spuren. Darüber hinaus bieten Land und Meer Raum für reizvolle Wanderungen auf dem Zöllnerpfad, am Strand entlang oder durch die traumhaften Orte die den Weg säumen.

   

   

Schlösser und Herrenhäuser gibt es hier wie Sand am Meer und des Weiteren besticht die Region mit mit einladenden Restaurants kulinarischen Köstlichkeiten, wie zum Beispiel Meeresfrüchten, unter denen besonders der Hummer zu erwähnen ist. Natürlich lasse ich solche Gelegenheiten nie aus, ganz besonders wenn das Lokal von aussen schon einladend aussieht und man durch das Fenster das lodernde offene Kaminfeuer sehen kann.

     

Ich kann euch verraten. es war wieder ein Abend der ein absoluter Volltreffer war. Schon deshalb, weil ich gegenüber des Lokals mein Wohnmobil stehen hatte und nicht mehr zu fahren brauchte. Und hinter mir einmal mehr eine Kirche aus dem 11. Jahrhundert mit deren Besichtigung ich meine Wartezeit bestens füllen konnte.

Fotoalbum Kirche von St. Germain

Auch im Ort gab es einige schöne Anblicke die meine Stimmung auf das bevorstehende Essen noch unterstrichen.

   

   

   

Übrigens für alle Frankreich Reisenden die mit dem Auto kommen, seit dem 1. April gibt es ein neues Gesetz dass in jedem Auto, auch bei den ausländischen, ein einmal Alkoholtester mitgeführt werden muss. Diese bekommt ihr bei jeder Tankstelle und auch im Supermarkt für einige Euro. Die Bussen wenn es nicht vorhanden ist sind recht happig. Also ein Vorteil mehr, dass ich jeweils nach dem Essen nicht weiterfahren muss, schon des Risiko wegen.  

Der kleinste Hafen Frankreichs - Port Racine in St. Germain de Vaux

Die Fahrt zum kleinsten Hafen der Welt führt an der Küste entlang durch grüne Landschaften, an steilen Felsen und malerischen Dörfern vorbei. Ausser dem kleinsten Hafen Frankreichs Port Racine findet man hier am Ort eine weitere Sehenswürdigkeit, nämlich einen zauberhaften Garten der dem Dichter Jacques Prévert gewidmet ist und an verschiedenen Stellen mit Zitaten des Künstlers versehen ist.

     

Auderville liegt an der Nordwestseite des Kaps La Hague noch am Ärmelkanal, 800 Meter westlich der Nachbargemeinde Saint-Germain-des-Vaux und nur 24 Kilometer nordwestlich von Cherbourg-Octeville. Trotzdem hatte ich bis hier bereits 9 Tage Reisezeit gebraucht. Die Weiler La Roche, La Haye und Goury gehören zur Gemeinde. Vor der Küste von La Hague verläuft der Raz Blanchard, einer der stärksten Gezeitenströme Europas.

Der Leuchtturm von Goury wurde 1834 von Charles-Félix Morice de la Rue (1800-1880) erbaut. Seit 1837 dient er als Leuchtturm. Er ist 52 Meter hoch. Das Leuchtsystem wurde mehrmals geändert. Die erste Lampe wurde mit Pflanzenöl betrieben, ab 1890 wurde eine Naphtha-Lampe mit sechs Dochten eingebaut und ab 1905 wurde Petroleum verwendet. Im gleichen Jahr wurde eine Metalltreppe eingebaut. Seit 1910 kann der Turm akustische Signale aussenden. Seit 1971 wird der Turm elektrisch betrieben. 1989 wurde der Turm automatisiert und die drei letzten Wächter versahen noch bis Mai 1990 ihren Dienst.

Sehenswert ist auch die Kirche von Auderville. Sie wurde im 12. Jahrhundert erbaut, aus jener Zeit sind das Kirchenschiff und der Glockengiebel erhalten geblieben. Die Decke des Kirchenschiffs ist mit Lambris (Holzvertäfelung) verkleidet. Der Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert.

   

Bekannt ist die Region aber auch durch die Wiederaufarbeitungsanlage La Hague (Usine de Retraitement de La Hague) in Beaumont-Hague, in der abgebrannte Brennelemente aus französischen und ausländischen Kernkraftwerken verarbeitet werden. Im Moment werden hier auch Brennstäbe aus der Schweiz verarbeitet die 2013 wieder zurückgeführt werden. In der Region merkt man eigentlich nicht viel davon. Für die Bevölkerung ist es ein Betrieb wie jeder andere, der vor allem Arbeitsplätze schafft. Lediglich wenn man die Strassenschilder einmal von hinten betrachtet merkt man wo man sich befindet und vor allem beim Anblick der gesamten Anlage (Bildmitte) stockt einem schon ein wenig der Atem.

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Die Anlage ist zwar sehr gut gegen Eindringlinge gesichert und es wird auch hier behauptet, dass der Betrieb genauso sicher sei. Ein ungutes Gefühl hatte ich dennoch und verzichtete auf eine mögliche Besichtigung des Werkes. Trotzdem habe ich in unmittelbarer Nähe einen Stellplatz gefunden einmal mehr mit einem atemberaubenden Blick auf die darunter liegende Küste. Und das auch beim einnachten direkt aus dem Wohnmobil heraus. Das ist mein Privileg meiner Art zu Reisen, dass ich mir immer die allerschönsten Plätze zum Verweilen und Übernachten aussuchen kann. Wäre mein Wohnmobil ein Hotel, es hätte bestimmt 4 oder gar 5 Sterne verdient und zwar nicht nur wegen der Aussicht, auch wegen dem Komfort den es mir bietet. In den drei Jahren die ich nun schon unterwegs bin habe ich noch nie etwas vermisst, das ich in meinen Wohnungen hatte.

     

Im nächsten Bericht geht meine Reise weiter über Netz de Jobourg bis nach Carteret. Im Moment ist das Wetter aber zu schön um weiter am Laptop zu sitzen und wenn ich ehrlich sein will es stinkt mir auch weiter zu schreiben. Also geduldet euch bis im Laufe des Mai und lasst es bis dahin euch auch gut gehen.