Redon eine Stadt zwischen Land und Moor

Redon ist eine Stadt im Département Ille-et-Vilaine in der Region Bretagne und liegt an der Einmündung des Flusses Oust in die Vilaine. Der schiffbare Canal de Nantes à Brest kreuzt hier die Vilaine und folgt Richtung Westen dem Fluss Oust und Richtung Osten dem Fluss Isac. Dadurch ist Redon zu einer bedeutenden Wasserstrassenkreuzung in der Bretagne geworden. Der Kanal hat heute aber nur mehr touristische Bedeutung.

Im Jahr 832 gründete Conuvoion, ein bretonischer Mönch mit Hilfe des karolingischen Kaisers Ludwigs des Frommen in Redon die Abtei von Saint-Sauveur. Um die Abtei herum entwickelte sich langsam eine kleine ländliche Gemeinde.

Im Mittelalter profitierte die Stadt von ihrer Lage an der Vilaine, da die Handelsgüter auf Hochseeschiffen bis Redon die Vilaine aufwärts transportiert werden konnten. Dort wurden die Waren umgeladen und auf Binnenschiffen weiter Richtung Rennes, der Hauptstadt der Bretagne, befördert. Im 19. Jahrhundert erlebte Redon durch den Bau des Canal de Nantes à Brest eine weitere Blütezeit. Noch heute zeugen die alten Reederhäuser und das grosse Hafenbecken von seiner Geschichte als Handelshafen.

Die Abtei von Saint-Sauveur in Redon, die im Mittelalter eine der bedeutendsten der Bretagne war, ist eine karolingische Klostergründung. Sie gehört sie zur Diözese Vannes an der Grenze zwischen Neustrien und der Bretagne. Hier hatte ein örtlicher Adeliger, Ratvili, dem Conuvoion und seinen sechs Gefährten ein Stück Land geschenkt, auf einem öden Hügel (locus desertus), der die Flussmündung überragte. Dieser Hügel war der Gründungslegende zufolge auch der Sitz von Dämonen, die die Mönche mit Visionen heimsuchten und Laien zum Angriff auf das Kloster verleiteten. Das Kloster folgte der Regel des Heiligen Benedikt.

 

Redon überrascht mit seinem reichen Kulturerbe. Neben der alten Abtei Saint-Sauveur sind das Schloss Château de Mail, der Richelieu-Turm, die Salzspeicher aus dem 18. Jahrhundert und die zahlreichen Fachwerkhäuser wirklich sehenswert. Wasser ist in Redon allgegenwärtig: links die Vilaine und ihre alten Uferdämme, rechts der Nantes-Brest-Kanal, der den Fluss an einer doppelten Schleuse kreuzt. Weiter hinten das grosse Dock, erbaut zusammen mit dem Kanal.

Ein Muss ist auch der Besuch des Musée de la Batellerie (Binnenschifffahrtsmuseums). Man taucht in die Geschichte und den Alltag der Seefahrer, den Kanalbetrieb und Redon als Meereshafen ein. Es gibt durch die Stadt einen Geschichtspfad mit 25 mit Informationstafeln versehenen Stationen die einem in eine vergangene Welt zurückversetzten.