Nantes

 

Nantes im Westen Frankreichs, gehört zum Département Loire-Atlantique  und ist Hauptort der Region Pays de la Loire, hat 250.000 Einwohner und gilt als die sechstgrösste Stadt Frankreichs. Im Oktober 2010 bekam die Stadt Nantes als vierte europäische Stadt den Titel Umwelthauptstadt Europas 2013.

 

 

     

   

Beeindruckend der Place Royale mit der Basilika Saint Nicolas im Hintergrund. Die neugotische Kirche wurde 1854 erbaut und ist dank ihrer weissen Turmspitze ein Orientierungspunkt für die ganze Stadt. Beeindruckend ist auch der mit goldenen, trompetenspielenden, Engeln verzierte Turm.

 

 

 

 

 

Noch nie auf meiner Reise habe ich eine Orgel angetroffen in deren Zentrum eine Uhr angebracht war. (Motto: halte dich kurz)

 

 

 

 

 

Bereits gegen 500 v. Chr. siedelten in der Region um das heutige Nantes Kelten. Aufgrund der günstigen Lage an der Loire-Mündung erlebte die Stadt im 18. Jahrhundert ihren wirtschaftlichen Aufschwung und wurde zur bedeutendsten Hafenstadt Frankreichs. Dies verdankte sie dem Asienhandel, vor allem aber dem florierenden Sklavenhandel. Rund die Hälfte aller französischen Sklavenschiffe lief in Nantes aus. Am Quai de la Fosse, der Anlegestelle der Sklavenschiffe, wurde 2012 ein Mahnmal für die Abschaffung der Sklaverei eingeweiht.

Panorama Quai de la Fosse in Grossformat anschauen hier

Sklavenschiff "La Marie Séraphique" aus Nantes:

Über 300 Gefangene Sklaven wurden auf dem Weg von Westafrika nach Amerika und für Europa über Nantes wochenlang unter Deck auf engstem Schiffraum eingepfercht.

     

Wenn man Heute im Museum des Schlosses vor den Listen der verschifften Sklaven steht und liesst wie sie nach Geschlecht, Grösse, Gewicht, Preis usw. aufgeführt wurden wie ein normales Handelsgut, fährt einem doch noch ein kalter Schauer über den Rücken.

Hand- und Fussfesseln wurden den Sklaven meist nicht während der gesamten Überfahrt angelegt, sondern nur auf dem Weg von und zu den Schiffen oder aber als Strafe nach Revolten. Die Verschleppung von rund 450.000 Menschen aus Afrika lief über Nantes.

Am Quai de la Fosse, der Anlegestelle der Sklavenschiffe, wurde 2012 ein Mahnmal für die Abschaffung der Sklaverei eingeweiht. Das Mahnmal wurde unterirdisch angelegt, genau wie damals die Sklaven auch unter Deck ohne Tageslicht verschifft wurden.

     

Die Bedeutung von Nantes als Seehafen nahm mit zunehmender Grösse der Schiffe immer weiter ab. Der Hafen besitzt heute keinerlei Bedeutung mehr, die grossen Frachter löschen ihre Waren 50 Kilometer westlich von Nantes in St. Nazaire. Im 19. Jahrhundert wurde der schiffbare Canal de Nantes à Brest errichtet, der heute hauptsächlich von Sport- und Hausbooten touristisch genutzt wird.

 

 

Was wahrscheinlich die wenigsten Wissen: Nantes gilt  auch als die Stadt des öffentlichen Personennahverkehrs, soll doch in ihr der erste städtische Pferdeomnibus der Welt 1826 seinen Linienbetrieb aufgenommen haben.

Der Geschichte nach soll der Mühlenbesitzer Boudry am Stadtrand zur Nutzung des Kondenswassers ein Bad eingerichtet haben. Da der Besuch zu wünschen liess richtete er ein Zubringerdienst ein. Obwohl die Busse immer voll waren, das Bad aber nicht viel mehr Besucher anlockte merkte er schnell, dass der Personentransport ein Bedürfnis  war und konzentrierte sich auf die Personenbeförderung.  Heute hat Nantes 4 Strassenbahnlinien (Gesamtlänge 40 km; Eröffnung der ersten Linie: 1985), und 70 Buslinien. 

 

 

Château des Ducs de Bretagne
Eine furchterregende Festung, die durch überflutbare Gräben und Seen geschützt und durch sechs Türme mit pyramidenförmigen bretonischen Gusserkern abgeschirmt wird. Innen der Regierungspalast, in dem Feste und Turniere stattfanden. Interessant der anmutige Tour de la Couronne d'Or und der Brunnen, dessen schmiedeeisernes Gitter die Herzogskrone darstellt.

Der Grand Logis, verziert mit Oberlichtern im gotischen Stil, wurde für Franz II. gebaut und war herzöglicher Wohnsitz.

 

   

     

     

Rund um das Schloss kann man die Gässchen des historischen Altstadtkerns Bouffay erkunden. Dieses gepflasterte Labyrinth beinhaltet Bauten aus dem 15. Jahrhundert, Wohnhäuser aus dem 16. Jahrhundert in der Rue de la Juiverie, sowie Gebäude aus dem 18. Jahrhundert… 

     

 

Kathedrale von Nantes
Die Kathedrale von Nantes gehört nicht zu den bekanntesten ihrer Bauart in Frankreich. Dies hängt zum einen damit zusammen, dass sie deutlich ausserhalb des klassischen Kathedralen-Gebietes liegt (Île de France, Picardie, Champagne), und zum zweiten daran, dass sie in einer Zeit entstanden ist, welche auch innerhalb der Kunstgeschichte wenig beachtet wird, der französischen Spätgotik, dem Flamboyant-Stil. Dennoch ist das Bauwerk in mehrerer Hinsicht beachtenswert und zählt zu den besten Werken dieser Zeit. Die Kathedrale von Nantes besitzt das nach den Kathedralen von Amiens, der Kathedrale von Beauvais und der Kathedrale von Metz höchste Gewölbe in Frankreich. Es ist über 38 m hoch.

     

Die Kathedrale beherbergt im südlichen Seitenschiff das Renaissance-Grabmal des Herzogs Franz II. und seiner Gemahlin Margarethe von Foix. Es ist aus schwarzem und weissem Marmor mit qualitätvollen Skulpturen der vier Tugenden.

   

Wahrzeichencharakter hat der Turm der ehemaligen Keksfabik Lefèvre-Utile (Tour LU) nahe dem Schloss und Stadtzentrum.

Der Besucher kann den Turm besteigen und hat die Möglichkeit die oberste Plattform mit eigener Muskelkraft zu drehen um so die Aussicht auf die Stadt zu geniessen.

 

 

Passage Pommeraye
Ehre gebührt diesem fantastischen Verrückten, dem Notar aus Nantes, der sein Leben und sein Vermögen einsetzte, um im Jahr 1843 diese Galerie zu errichten! Ausgekehlte Säulen, durchbrochene Balustraden und Engel mit Fackeln schaffen eine märchenhafte, von Kitsch durchsetzte Atmosphäre, die bei den Surrealisten Begeisterung hervorrief; 1961 drehte Jacques Demy hier Lola.

     

 

Die Brasserie La Cigale
Das unter Denkmalschutz stehendes Restaurant in Nantes wurde vom Architekten und Keramiker Émile Libaudière gestaltete und am 1. April 1895 eröffnete. Es befindet sich an der Place Graslin gegenüber dem gleichnamigen Theater. Es ist seit dem 12. Oktober 1964 als Monument historique geschützt und ist eines der schönsten Bistros Frankreichs. Sein üppiges Dekor ist dem Historismus im Übergang zum Jugendstil zuzuordnen.

 

     

Geniale Verrücktheit

Schienen, Laderampen und Werftkräne beleben heute wieder die Ile de Nantes. In den umfunktionierten Hangars entführt Sie ein lebendig gewordenes Fabelbuch in ein Universum, das des aus der Gegend stammenden Jules Vernes' würdig wäre. Die faszinierende Genialität des Ausstellungsprojekts Machines de l'île erstaunt Jung und Alt. Dieses Erstaunen hält beim Erklimmen des 12 m hohen Räderwerks des Maschinenparks 'L'Eléphant de Nantes' an!

   

 

 

Im Juni 1940 erfolgte im Zuge des deutschen Frankreichfeldzugs die Besetzung der Stadt durch deutsche Truppen. Am 20. Oktober 1941 wurde der deutsche Stadtkommandant Oberstleutnant Karl Hotz von der Résistance getötet; als Racheakt wurden 48 Geiseln hingerichtet (die Hauptverkehrsstraße Cours des 50 Otages und ein Denkmal erinnert an diese Tragödie).

   

Ab 1943 unterhielt die Kriegsmarine ein Marinelazarett in der Stadt. Zwischen dem 16. und dem 23. September 1943 wurde Nantes durch alliierte Luftangriffe schwer getroffen. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie Anfang Juni 1944 wurde die Stadt am 12. August 1944 von den deutschen Besatzungstruppen geräumt.

Bei der Schaffung der Regionen Frankreichs im Juni 1941 durch die Vichy-Regierung wurde das Département Loire-Atlantique und damit Nantes, die frühere bretonische Hauptstadt, der Region Pays de la Loire zugeteilt und dadurch von der neuen Region Bretagne abgetrennt.

Weitere Bilder im Fotoalbum Nantes

Für Camperfreunde:

Camping-car Park Nantes
Adresse  N 47°14'35"  W 01°33'27“ 
Boulevard du petit Port 21
44300 Nantes

http://www.nantes-camping.fr/de/

Die Campingplatzanlage ist nur wenige Minuten vom Stadtzentrum von Nantes entfernt! Vor dem Campingplatz ist eine Haltestelle der Linie 2 die direkt in die Stadtmitte (Haltestelle Commerce) fährt. Von dort sind die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuss erreichbar.

Die Standplätze sind Kiesbedeckt und verfügen alle über Strom 16 amp. Frischwasser- und Abwasseranschluss. Die Sanitäranlagen sind neu und sauber gepflegt. Vor allem die Duschen sind sehr Grosszügig angelegt so dass auch ich mit meinem korpulenten Körperbau genug Platz habe. Die ganze Anlagen macht einen hervorragenden Eindruck und lädt zum Verweilen ein.