Regionaler Naturpark Brière

Frankreich hat nicht nur ein bemerkenswertes historisches und kulturelles Erbe zu bieten sondern auch ein beeindruckendes natürliches Erbe. Die Vielfalt der Schlösser, sakrale Bauten, befestigte Städte, Parks, Gärten, Wälder und die Naturparks, die sich über das ganze Land verteilen, sind aussergewöhnlich und haben auf mich eine ganz besondere Anziehungskraft.

Die Regionalen Naturparks die ich bisher besucht habe sind Scarpe-Schelde in der Region Nord-Pas-de-Calais, den Naturpark Armorique in der Bretagne und nun der Regionale Naturpark Brière im Pays de la Loire. Sie alle verdienen als Naturpark den Namen in jeder Hinsicht. Unter Wikipedia findet ihr eine Liste von 31 der über 45 Naturparks die Frankreich ausgewiesen hat und jeder einzelne den ich bis jetzt besucht habe war ein Highlits für das Auge und das Gemüt. http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Naturpark_in_Frankreich 

Ob man nun mit einem Kahn auf dem Wasser, mit dem Fahrrad oder zu Fuss unterwegs ist, in diesem Labyrinth aus Kanälen, sich wiegenden Schilfrohren und flutbaren Wiesen ist Faszination garantiert. Trotz der unmittelbaren Nähe zu Saint-Nazaire und La Baule ist hier vom lebhaften Treiben der Badeorte nichts mehr zu spüren. Man wird von der einzigartigen Natur aufgenommen und kann mit seinem eigenen Rhythmus durch diese grüne, mit kleinen reetgedeckten Häuschen durchsetzte Landschaft streifen und ihre Einzigartigkeit aufnehmen.

   

La Grand Brière ist nach der Camargue das zweitgrösste Moor Frankreichs. 1970 wurde es zum Naturpark ernannt, um den Fortbestand der Naturschätze der Region zu gewährleisten. Hinter den vom Schwemmland der Loire geformten Deichen hat sich ein immenses Hochmoor mit einer Fläche von insgesamt 40 000 Hektar entwickelt, aus dem 7 Inseln herausragen. In dieser aufgrund des Torfs als „Schwarzes Land“ bezeichneten Landschaft konnte sich eine sehr spezifische Fauna und Flora entwickeln. Die Menschen wiederum finden hier die notwendigen Rohstoffe für die traditionelle Lebensweise.

   

Zwischen Erde und Wasser tritt man in eine Welt der ganz besonderen Art ein. Hier sind die Strassen Kanäle und die Horizonte überschwemmte, von der Sonne in silbernes Licht getauchte Ebenen. Weisse Seerosen und gelbe Iris sind die Markenzeichen der umgebenden Kanäle und Wasserstellen. Hier lassen sich zahlreiche Vogelarten beobachten, Reiher, Schilfbussarde, Krickenten und Löffler sind häufige Gäste die sich an den Ufern einstellen.

     

Das Moor ist bis in das Innere der reetgedeckten Häuser vertreten, die auf seinen Inseln eng aneinander rücken. Schilfrohr deckt das Dach. Die dicken Mauern bestehen aus Steinen und Erde. Torf kann als Brennstoff verwendet werden. Die auf den Wiesen gezüchteten Enten und Gänse stehen auf dem Speiseplan und Blutegel sind Teil der Hausapotheke. Im Weiler Kerhinet finden sich rund zwanzig dieser traditionellen Häuser zusammen, die liebevoll restauriert wurden. im Inneren kann die typisch bretonische Einrichtung beswichtigt werden. Die mit dem 'Kontinent' über einen einzigen Zugangsweg verbundene Insel Fédrun ist ein liebreizendes und urtypisches kleines Dorf. Seine malerischen Reethäuschen sind mit einem Garten ausgestattet, an dessen Ende ein Kahn befestigt ist, das Transportmittel dieser Gegend.

     


Manchmal tanzen sogar Irrlichter auf der Wasseroberfläche. Hierbei handelt es sich um aus den Torfböden ausströmendes Methangas, das sich unter Lufteinwirkung entzündet.