Das Moules sammeln neu entdeckt

Heute wurde ich von einheimischen Campernachbarn aufgefordert mitzugehen zum Muscheln Sammeln. Ich will ehrlich sein, habe das schon einmal gemacht und war überrascht wie viel Arbeit allein das Putzen der Muscheln gab. Ganz abgesehen vom knöcheltief im Schlick waten und mit einem kleinen Rechen nach den Muscheln zu suchen.  Seither kaufte ich sie lieber fertig geputzt.

Die lieben Nachbarn haben mich aber eines besseren belehrt  und mir die Augen geöffnet. Die Zeit, die man mit dem Putzen einer einzigen Muschel verbringt, steht natürlich in keinem Verhältnis zu den wenigen Sekunden, die es für deren Verzehr benötigt. Also soll ich beim Putzen der Muscheln meine Gedanken schweifen lassen. Am besten natürlich über den schönen blauen Atlantik und seine Muschelbänke. Und dabei daran denken, dass jede dieser Muscheln ein lebendiges Wesen ist und ein Geschenk des Meeres. Wie Recht sie doch haben!

 

Es war wirklich ein tolles Erlebnis und ich kam so nicht nur zu einem leckeren selbstgesuchten Gratisessen sondern auch gleich zu einem neuen Zubereitung Tipp.  

Wie putzt man Moules?

Mit einem kleinen Ruck den Bart (die Byssusfäden) aus der Muschel entfernen. Mit einem Messer die Kalkreste (sie sehen aus wie Vogelskot) und allen anderen Belage entfernen. Die Muscheln mit einer Bürste in einem Wasserbecken abbürsten und nochmals gut abbrausen.

   

Manchmal begegnet man beim Putzen leicht geöffneten Muscheln. Diese müssen nicht unbedingt tot sein. Drücken Sie die Klappen der Muschel leicht zusammen, oder klopfen sie diese an das Spülbecken. Schliesst sie sich, selbst wenn das ein paar Sekunden dauert, ist sie noch am Leben,  ansonsten müssen sie weggeworfen werden.

Zubereitung

In Butter oder Olivenöl zwei fein gehackte Zwiebeln und 2-3 gehackte Knoblauchzehen anschwitzen und ca. 5 Min, bei kleiner Hitze schmoren lassen. Als Variante kann man auch noch feingewürfelte Möhren, Sellerie oder Fenchel dazugeben. Einen Viertel Liter Weisswein, etwas Thymian und zwei Lorbeerblätter dazugeben und aufkochen. Muscheln reinschütten und 5-6 Minuten mit geschlossenem Deckel kochen lassen. Jetzt sollten sich alle Muscheln geöffnet haben. Die Muscheln mit einem Sieb herausheben, geschlossene wegwerfen. Vor dem Servieren mit geschnittener Petersilie bestreuen.

Der Genuss hat mich voll und ganz entschädigt für die Arbeit mit dem Sammeln der Muscheln und vor allem für das Putzen derselben. Vor allem hat es mich berührt, dass ich jeden einzelnen dieser Leckerbissen selbst aus dem Schlick geholt, geputzt und zubereitet habe. Dazu kam das Kompliment meiner Nachbarn, dass ich mich wie ein echter Franzose gezeigt hätte und seine Frau sagte nach dem Probieren meiner Kochkunst: „ich hätte das nicht besser machen können“.

Bis jetzt war meine Lieblingszubereitung Moules à la crème.

Dazu muss man nach dem Kochen die Hitze reduzieren und in den Weissweinsud Sahne dazugiessen. Leicht einköcheln, salzen und pfeffern. Dazu ein knuspriges Baguette mit Salzbutter bestrichen.

Auch in Zukunft werde ich mich nicht mehr vor der Arbeit drücken und vermehrt, so wie es die Franzosen machen, mein Essen ganz frisch direkt vom Meer beschaffen.

 

Lesen sie auch meine weiterführende Gedanken zu den selbst gesammelten Muscheln.
Die Welt könnte doch so schön sein... wenn da nicht....