Avila

Ávila ist die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der spanischen Region Kastilien-León. Mit einer Höhenlage von 1131 Meter ist Ávila die höchstgelegene Provinzhauptstadt Spaniens. Die Stadt liegt rund 110 km nordwestlich von Madrid am Fluss Adaja. Zusammen mit Toledo und Segovia gehört sie zu den drei historischen Metropolen in der Umgebung der spanischen Hauptstadt.

Ávila ist eine sehr alte Stadt. Spätestens seit der römischen Zeit war die Stadt ununterbrochen besiedelt. Unter den Westgoten gehörte sie aufgrund ihrer Nähe zur Hauptstadt Toledo zu den wichtigsten des Königreichs. Vom 8. bis zum 11. Jahrhundert war Ávila maurisch. Die Lage im umkämpften Grenzland zwischen moslemischer und christlicher Welt verhinderte zunächst eine wirtschaftliche Blüte, die erst ab dem 15. Jahrhundert einsetzen konnte, als sich die Kämpfe weiter nach Süden verlagerten und die Araber schliesslich 1492 ganz aus Spanien vertrieben wurden. Im 16. Jahrhundert erlebte die Stadt ihre Blütezeit. Die Pest, die Vertreibung der Morisken, d. h. der getauften Mauren, die Auswanderung nach Amerika und die Abwanderung des Adels nach Madrid bewirkten Ávilas Verfall, von dem sich die Stadt seit dem 19. Jahrhundert nur langsam erholt hat.

   

Im Spanischen Bürgerkrieg und während der anschliessenden Franco-Diktatur galt Ávila als besonders loyale Stadt und führte den Titel „Ávila de los leales“ (Ávila, Stadt der Treuen). In der Altstadt hängen bis heute mehrere Gedenktafeln, die den Ruhm General Francos mehren sollten. Die Stadt wächst deutlich langsamer als die boomende Hauptstadtregion, denn die dünn besiedelte Umgebung bietet ausser dem Tourismus nur wenig wirtschaftliches Potenzial.

Die Stadt ist seit 1985 Weltkulturerbe der UNESCO. Wichtigstes Monument ist die 2500 Meter lange, komplett erhaltene romanische Stadtmauer (11. bis 14. Jahrhundert) mit ihren 88 Türmen und neun Stadttoren.

   

 

Die gotische Kathedrale von Ávila der Stadt ist insofern interessant, als sie Teil der Befestigungsanlage ist: der Chor der Kathedrale durchstösst die südliche Stadtmauer und wurde halbkreisförmig neu ummauert, es entstand eine Art sehr breiter Turm.

   

 

 

   

   

Ávila besitzt zahlreiche romanische Kirchen, darunter San Vicente, San Pedro und Santo Tomás, die teilweise ausserhalb der (bereits im Mittelalter zu engen) Stadtmauer liegen. Aus der maurischen Zeit hat sich ausserdem eine Synagoge erhalten.

Das durch Teresa von Ávila gegründete Karmelitinnenkloster San José (mit theresianischem Museum) ist eine weitere Sehenswürdigkeit Ávilas. In der Stadt befinden sich noch zwei weitere Klöster der unbeschuhten Karmelitinnen.

Als Cuatro Postes wird ein Aussichtspunkt mit Säulen und Kreuz aus dem 16. Jahrhundert bezeichnet.