Santiago de Compostela

Santiago de Compostela ist die Hauptstadt Galiciens und im äussersten Westen des europäischen Kontinents gelegen und zählt zum Weltkulturerbe.  Santiagos Einzigartigkeit und die beeindruckende Kathedrale, in der sich das Grab des Apostels Jakob des älteren befindet, ziehen jedes Jahr viele tausend Touristen und Pilger an und ist Hauptziel der christlichen Pilgerfahrt in Westeuropa.

Der Heilige Jakob bekehrte der Legende nach in dieser Region Spaniens die Menschen zum Christentum. 44 kehrte er nach Palästina zurück und wurde dort von Herodes Agrippa nach langer Folter getötet. 

 

   

Nachdem der Eremit Pelayo in einem Wald die Erscheinung von hellem Licht und Gesängen hatte, erhielt dieser Ort den Namen Campus Stellae (Feld des Sternes), was später zu Compostela wurde. 

Nach Ausgrabungen im Jahre 813, veranlasst durch den Bischof Teodomiro, wurden genau an diesem Ort seine Überreste gefunden, dem Standort der heutigen Kathedrale. Seither ist die Kathedrale von Santiago de Compostela ein beliebter Pilgerort. 

   

Ab dem 12./13. Jahrhundert bestimmte Papst Calixto II., dass jenen Pilgern, die Santiago de Compostela in einem Heiligen Jahr besuchen, (der Tag an dem der Tag des Apostels, 25. Juli auf einen Sonntag fällt), alle Sünden erlassen würden.  

   

Neben Jerusalem und Rom wurde auch Santiago de Compostela zur Heiligen Stadt ernannt. Darüber hinaus wurde die Stadt im Jahre 1985 zum Weltkulturerbe erklärt. 2000 war Santiago de Compostela Kulturhauptstadt. Jährlich kommen rund 80.000 Pilger zu Besuch.

Obwohl die Kathedrale von Santiago ein bedeutendes Bauwerk der Romanik ist, weist sie darüber hinaus zahlreiche weitere Stileinflüsse auf.

       

Der Bau der Kathedrale begann 1075 während der Regierungszeit Alfons' VI., angeregt durch Bischof Diego Peláez. Die Bauleitung wurde dem Baumeister Stefan (Maestro Esteban) übertragen.

Das neue Gotteshaus nimmt die Stelle früherer Vorgängerbauten ein. Es besitzt drei Schiffe und eine 8300 Quadratmeter grosse Grundfläche in der Form eines lateinischen Kreuzes.

     

   

   

Die vielen Erweiterungen spiegeln die jeweiligen Architekturstile ihrer Entstehungszeit wider (Romanik, Gotik, Barock, Platereskenstil und Klassizismus). Der Portikus der Herrlichkeit bildet den Haupteingang. Er wurde 1188 von Baumeister Matthias erschaffen und ist mit zweihundert Figuren zum Thema der Apokalypse verziert. Die zentrale Figur des Apostels Jakobus auf der Mittelsäule des Portals heisst die Pilger bei ihrem Eintritt willkommen. Die Obradoiro-Fassade der Kathedrale wurde von Fernando de Casas y Novoa geschaffen und gilt als Meisterwerk des spanischen Barocks.

       

Unter dem ebenfalls barocken Hochaltar befindet sich die Krypta des Apostels Jakobus.

   

Besonders schön zeigt sich die Kathedrale und die Stadt dem Besucher bei Nacht.