La Rua

Rua auch bekannt als La Rúa de Valdeorras ist eine Gemeinde in Galizien, nordöstlich der Provinz Ourense und gehört zum Bistum Astorga. Rua liegt am Nordufer des Rio Sil, der sich hier zum See San Martino ausweitet im Westen des Valdeorras Tal.

Ich habe diese Stadt nur angefahren um zu Übernachten und Frischwasser zu Tanken. Es hat bei der grossen Sportanlage Parkplätze auf denen man sein Wohnmobil Parken darf. Der See ist nur gerade 100 Meter davon entfernt und der hat mich gleich doppelt in seinen Bann gezogen. Erstens ist er wunderschön gelegen mit herrlicher  Promenade und einem sehr grossen Platz mit vielen Picknickplätzen samt dazugehörendem Grill und Badestrand.

   

   

   

Und zweitens hat es direkt am See eine Bar in der man sich auch kulinarisch verwöhnen lassen kann und die einfach nur schon durch die Lage zum verweilen einlädt.

   

Der Zufall wollte es, dass sich auch zwei Polizisten eine Pause gönnten und ich fragte ob man auch zwei oder drei Tage auf dem Parkplatz verweilen dürfe. Zuerst bejahten sie meine Frage, unterhielten sich kurz und forderten mich dann auf ihnen kurz zu folgen. Sie zeigten mir dann direkt neben dem Fussballplatz auf einer Wiese, im Schatten eines grossen Baumes, einen wunderbaren Platz auf den ich mein Wohnmobil stellen solle. Es war so schön hier dass ich meinen Aufenthalt auf fünf Tage ausdehnte und dabei feststellen konnte. dass die Polizei regelmässig und freundlich hupend und winkend bei meinem Platz vorbei fuhr. Im Wahrsten Sinne "die Polizei, dein Freund und Helfer".

   

Selbst der Rundumblick in die nahen bewaldeten Berge deren grün nur durch die Feuerschneisen unterbrochen wird ist bezaubernd. Ob das nun Beim Sonnen Auf- und Untergang war oder beim Mondaufgang. Ein wirklich herrlicher Standplatz.

   

   

   

   

Auf der Strassenseite befanden sich grosse Familiengärten mit grosszügigen Sommerhäuschen in denen die Besitzer jeweils das ganze Wochenende verbrachten. Darunter war ein älterer Mann der sein Auto jeweils neben meinem Wohnmobil auch an den Schatten stellte. Ausser einem freundlichen Ola, Buenos dias oder tardes  hatten wir eigentlich nicht kommuniziert miteinander. Trotzdem kam er am dritten Abend und brachte mir eine Tasche voll frischer Tomaten und eine Flasche Wein. Ich schreibe das hier auf weil es kein Einzelfall ist und für die sprichwörtliche Gastfreundschaft, Liebenswürdigkeit und Hilfsbereitschaft der spanischen Bevölkerung spricht. Mit ein wichtiger Grund warum ich mich hier so wohl fühle.

 

Dass die Feuerschneisen nötig sind habe ich selber erlebt als mein Nachmittagsbier durch Helikopterlärm gestört wurde. Gleich vier Stück holten im See ihr Löschwasser um einen Waldbrand zu bekämpfen.

   

   

Die Stadt selber hatte allerdings nicht viel an Sehenswertem zu bieten. Eine ganz normale Stadt, eigentlich zum durchfahren.  

Der Bahnhof von La Rua ist seit jeher ein prominenter Eingang nach Galizien, und ist mitverantwortlich für das signifikante Wachstum der Stadt. Direkt Vis à Vis vom Bahnhof aus führt eine Strasse mit vielen Geschäften und Kaffees in das Zentrum. Auf der rechten Seite, ganz zuoberst, habe ich einen Kaffeehalt gemacht und wollte mit meinem iPad meine Mails abrufen. Hatte aber Probleme mit dem wifi Zugang. Die Wirtin sprach kein Deutsch und sagte ich solle einen Moment warten. Sie verliess das Lokal und verschwand auf der anderen Strassenseite in einem Blumenladen und kam mit dem Besitzer zurück. Der fragte mich in perfektem Schweizerdeutsch was ich für ein Problem habe. Ich erfuhr, dass er in Kreuzlingen geboren sei, dort die Schule und seine Floristenlehre absolvierte und nach der Pensionierung seines spanischen Vaters, der eine Thurgauerin geheiratet hatte, mit der Familie nach Spanien gezogen sei. Da soll einer Widersprechen dass die Welt halt doch sehr klein ist. 

   

Eigentlich eine unspektakuläre Stadt, die ich in keinem Reiseführer gefunden habe und trotzdem waren es wunderschöne Tage in La Rua.