Segovia

Die geschichtsträchtige Stadt Segovia, deren Ursprung auf die Keltiberer zurückgeht, wurde auf einem zerklüfteten Kalksteinfelsen auf über 1000 m über Meereshöhe errichtet. Seit dem 16. Jh. wurde die Silhouette der Stadt, die sich am tiefblauen Himmel Kastiliens abzeichnet, oftmals mit einem versteinerten Schiff verglichen, das scheinbar darauf wartet, dass die Flüsse Eresma und Clamores, die am Fusse des Felsens zusammenfliessen, das Tal überfluten, um loszusegeln.

 

   

   



Bis heute sind die Ursprünge der Stadt Segovia nicht vollständig geklärt. Sicher ist, dass die Gegend bereits in vorrömischer Zeit besiedelt war. Die Römer hinterliessen mit dem Bau des Aquädukts ihre unauslöschlichen Spuren. Nachdem die Stadt 1088 erneut besiedelt worden war, erlebte sie viele bedeutende Jahrhunderte. Die Textilindustrie und der Wollhandel liessen Segovia florieren, das sowohl äusserlich als auch hinsichtlich der sozialen Schichten zweigeteilt war: der befestigte Ortskern wurde von Adel und Klerus bewohnt, während in den Aussenbezirken an den Ufern von Eresma und Clamores die Arbeiter lebten. Durch die wirtschaftliche Blüte entstanden vom 12. bis zum 17. Jh. zahlreiche Kirchen, Klöster, befestigte Wohnhäuser, Paläste und weitere Elemente, die das heute zu besichtigende Bauensemble bilden. Der anschliessende wirtschaftliche Niedergang lähmte die künstlerischen Arbeiten in hohem Masse, förderte jedoch gleichzeitig den Erhalt der Gebäude als historische Baudenkmäler. Seit den letzten Jahrzehnten des 19. Jh. wird das einzigartige Erbe der Stadt kontinuierlich restauriert und den Besuchern stolz präsentiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

Schon am 11. Oktober 1884 erklärte ein königliches Dekret das Aquädukt zum kulturhistorischen Baudenkmal, in der Zeit danach erhielten weitere Bauten der Stadt ebenfalls diese Auszeichnung und 1985 erklärte die UNESCO die Stadt Segovia zum Weltkulturerbe.
Das einzigartige Aquädukt ist eines der bedeutendsten Bauwerke aus der Blütezeit des römischen Imperiums. Er wurde errichtet, um Segovia leichten Zugang zum Wasser aus den nahe gelegenen Bergen zu verschaffen. Das Aquädukt ist Bestandteil des Stadtwappens und soll der Legende nach vom Teufel errichtet worden sein.

   

Es wurde wahrscheinlich im I. Jh. zur Zeit der Flavier bzw. zur Zeit Trajans oder Nervas gebaut. Trotz der ungenauen Datierung steht das Aquädukt an der Spitze der Rangliste der in Spanien befindlichen weltlichen Meisterwerke der Ingenieurskunst. Dieses einmalige Bauwerk, das Funktionalität und Schönheit verbindet, hat die Stadt bis in die jüngste Geschichte mit Wasser versorgt. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Bausubstanz kaum verändert.

Bereits in der Antike gab es zwei Nischen, in denen sich wahrscheinlich heidnische Götterstatuen befanden, welche zur Zeit der Katholischen Könige durch Bildnisse des Hl. Sebastian und der Heiligen Jungfrau ersetzt wurden. Unter den Nischen war in bronzenen Buchstaben eine Legende über den Bau des Aquädukts angebracht. Heute sind davon jedoch nur noch einzelne Spuren zu sehen.

 

Der vollständige Name der Kathedrale von Segovia lautet "Catedral de Nuestra Señora de la Asunción y de San Frutos".

Mit dem Bau der spätgotischen Kathedrale wurde bereits 1525 unter Mithilfe der Bürger Segovias und unter der Leitung der Architektenfamilie Gil de Hontañón begonnen, doch das Gotteshaus wurde erst im Jahre 1768 geweiht. Es ersetzte die alte Kathedrale, welche in den heutigen Gärten des Alkazar stand und 1520 während des Comuneros-Aufstands zerstört wurde.

     

   

 

Neben der Hauptfassade erstreckt sich der gepflasterte Vorplatz, der heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Der aufgrund seiner Höhe besonders beeindruckende Turm wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts vom Glöckner bewohnt und bietet eine herausragende Aussicht über die Stadt.