Belém

Belém, portugiesisch für Betlehem, ist der Name eines direkt am Ufer des Tejo gelegenen Vorortes von Lissabon. Der Ort war bis 1885 selbstständig, danach wurde er nach Lissabon eingemeindet. Da beim grossen Erdbeben (1. November 1755), das die Innenstadt von Lissabon weitgehend zerstört hat, Belém kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde, befinden sich hier viele berühmte Sehenswürdigkeiten der portugiesischen Hauptstadt.

Das Mosteiro dos Jerónimos ("Hieronymus-Kloster"). Es gilt als bedeutendster Bau der Manuelinik (Manuel I., 1495-1521), einer portugiesischen Variante der Spätgotik, die auch einige Elemente der Renaissance enthält. Im Jahre 1983 wurde es von der Unesco zum Weltkulturerbe erklärt.

   

Das Kloster wurde von Manuel I. in Auftrag gegeben, kurz nachdem Vasco da Gama von seiner ersten Indienreise zurückgekehrt war. Der Bau wurde zu grossen Teilen durch die nun sprudelnden Einnahmen des Überseehandels finanziert. Im Jahre 1501 wurden die Arbeiten aufgenommen, die von zahlreichen Architekten und Baumeistern begleitet wurden.  Der Bau wurde im Jahre 1601 fertig gestellt. Während der Herrschaft König Johanns III. wurde das Kloster um den Chor erweitert. 

 

Das Kloster beherbergte bis 1834 den Orden des Heiligen Hieronimus, der dem Kloster auch den Namen gab. Das Gebäude überstand das Erdbeben von 1755 ohne grössere Schäden, wurde aber durch die Truppen Napoleon Bonapartes Anfang des 19. Jahrhunderts verwüstet.

 

Am 13. Dezember 2007 unterzeichneten hier die Staats-/Regierungschefs der EU-Staaten den Vertrag von Lissabon zur Neuordnung der Europäischen Union. In den Seitenflügeln befinden sich das Marinemuseum und das Archäologische Museum.



Der in Belém gelegene ehem. Königspalast (Palácio Nacional de Belém) ist heute der offizielle Amtssitz des Präsidenten der Portugiesischen Republik. In Belém befand sich auch der Hafen Restelo, der traditionelle Hafen der portugiesischen Hauptstadt, von dem viele berühmte portugiesische Entdecker in See stachen.

 



 

 

 

 

 

 

Der Torre de Belém im gleichnamigen Stadtteil an der Tejomündung ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Lissabons. Neben dem nahegelegenen Mosteiro dos Jerónimos (Hieronymus-Kloster) gehört er zu den wenigen herausragenden Bauwerken des "manolitischen Stils", die das Erdbeben von Lissabon überstanden haben.

Im Jahre 1515 wurde der Turm vom portugiesischen König, Manuel I. in Auftrag gegeben. Sechs Jahre später, im Todesjahr Manuels wurde er fertig gestellt. Er versinnbildlicht seitdem die Glanzzeit des portugiesischen See- und Handelsimperiums. Als Leuchtturm auf einem Felsen im Mündungstrichter des Tejo gelegen, begrüsste er die ankommenden Entdecker und Handelsschiffe.



Als Schutzsymbol der Seefahrer blickt eine Statue Unseren Lieben Frau der sicheren Heimkehr auf das Meer. An der Nordwestseite des Turmes befindet sich zudem eine Plastik eines Nashornkopfes, welche die erste plastische Darstellung dieses Tieres in Europa ist. Es handelt sich dabei um eine Abbildung des Panzernashorns, welches Alfonso de Albuquerque 1515 von seiner Indienfahrt mitbrachte und später auch Albrecht Dürer die Vorlage für den Holzschnitt seines "Rhinozeros" lieferte. Die Bastion erhält ihren eigenen Charakter durch die reichen Ausschmückungen mit Schnurreliefen, schildförmigen Zinnen, durchbrochenen Balkonen und maurischen Ausgucken.

 

 

   

Das düstere Innere diente bis ins 19. Jahrhundert als Gefängnis und Waffenlager. Im neunzehnten Jahrhundert kam es zu Aufschüttungen am nördlichen Tejoufer. Heute ist der Torre daher nur noch wenige Meter vom Land entfernt und kann über einen Steg auch trockenen Fusses erreicht werden. Seit 1983 zählt der Torre de Belém zum Weltkulturerbe der UNESCO.



Auch wenn die Gegenwart Portugals nicht mehr allzu glorreich ist, die Vergangenheit war es bestimmt. Wichtige Entdeckungen für den europäischen Horizont haben portugiesische Seefahrer erschlossen und einer davon war Heinrich der Seefahrer. Und darum setzte der portugiesische Diktator Salazar zum 500 Todestag Heinrichs dieses protzige Denkmal in die Welt.

Die Silhouette erinnert an den Bug eines Schiffes. Vorneweg steht Heinrich, der in seinen Händen wiederum ein Segelschiff  hält. Da wird ihm eine besondere Ehre zu Teil, den ansonsten schreitet in Portugal immer Vasco da Gama, der Entdecker des Seewegs nach Indien, voran. 32 weitere Figuren folgen, auf beide Seiten des Denkmals verteilt, häufig Seefahrer oder andere Entdecker, aber auch Historiker und Dichter, die die Vergangenheit in Worten dokumentiert haben.

   

Es sind fast alles Männer, die dort moduliert wurden, aber wenn man genauer hinguckt, entdeckt man mit Königin Philippa von Lancaster doch auch eine Frau. Philippa war die Mutter von Heinrich, dieser somit ein Königssohn, der wohl das Pech hatte, nicht der Erstgeborene zu sein. Doch anstatt das Leben eines wohlhabenden Playboys zu führen, nahm er wahre Entbehrungen auf sich. Auf das Denkmal kann man mit einem Fahrstuhl hochfahren. Von oben hat man einen tollen Ausblick auf das genauso monumentale Mosaik vor dem Denkmal, eine marmorne Windrose mit Weltkarte. Ein Geschenk der südafrikanischen Regierung.

 

 

Das Kulturzentrum (Centro Cultural de Belém), wirkt wie ein einziges kollossales Gebäude und steht im krassen Gegensatz zum Kloster Mosteiro dos Jeróminos das direkt gegenüber liegt. Es besteht aber aus verschiedenen Komplexen, die durch schmale Querstrassen, Brücken und Plätze miteinander verbunden sind.

 

 

   

Die Architekten Vittorio Gregoretti und Manuel Salgado zeichnen verantwortlich für den Bau, bei dem sie die gleich Steinart verarbeiteten, die auch beim Klosterbau verwandt wurden.

    

Das Zentrum gliedert sich in drei Abteilungen: Konferenz-Zentrum, Show-Zentrum mit einem Theatersaal und das Museu Colecção Berardo, ein Museum für zeitgenössische Kunst.