Évora 

Évora ist eine Stadt im Alentejo in Portugal, deren historisches Zentrum 1986 in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO aufgenommen wurde. Sie ist Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Ausserdem ist sie Sitz des Erzbistums Évora und einer staatlichen Universität. Évora gehört zur Rede de Judiarias, einer Vereinigung der Orte mit den historisch bedeutendsten jüdischen Gemeinden in Portugal.

   

Von der vorzeitlichen Besiedlung des Gebietes zeugen die Megalithen im Distrikt Évora. Nahe der Stadt befinden sich zahlreiche Relikte der Vorzeit. Am kleinen Fluss Ribeira liegt die grösste Megalithanlage Portugals, die „Anta Grande do Zambujeiro“. Die Gründung der Stadt geht auf die Zeit der römischen Besatzung zurück, der gut erhaltene Diana-Tempel mit seinen monumentalen Säulen zeugt noch heute vom römischen Erbe.

 

 

 

   

Im Jahre 715 wird Évora von den Mauren erobert und mit Burg und Moschee ausgebaut. Im September 1165 erobert Geraldo Geraldes, o Sem Pavor (= Gerald ohne Furcht) durch eine List Évora für König Afonso Henriques. Mit Unterstützung des Ritterordens von Avis werden die Mauren endgültig vertrieben. Dafür macht der Ritterorden Évora 1166 zu seinem anfänglichen Sitz, nennt sich anfangs auch Ritterorden Évora und umgibt die Stadt mit einer Mauer, die bis heute weitgehend erhalten blieb. 

   

1559 gründet der Kardinal und spätere König Dom Henrique die Jesuiten-Universität. Évora verliert nach der Annexion Portugals durch Spanien 1580 bis 1637 erheblich an Bedeutung. Mit der Schliessung der Universität 1759 durch den Marquês de Pombal verliert Évora endgültig seinen einstigen Rang. 1973 wurde die Universität Évora neu gegründet.

   

Aus römischer Zeit stammen der Diana-Tempel, die Burg sowie der Aquädukt.

   

Weitere Sehenswürdigkeiten sind die im Zentrum stehende Kathedrale Se.

   

   

   

   

   

Der ehemalige Königssitz Paço dos Condes de Basto.

   

   

In einigen Strassen der Altstadt – zum Beispiel in der Travessa das Nunes, der Rua do Cano oder der Rua do Salvador – ist zu sehen, wie der Aquädukt im Laufe der Zeit zu Wohnzwecken umgestaltet wurde.

   

   

   

Der im Stadtzentrum gelegene Praça do Giraldo genannte Platz mit dem Marmorbrunnen und den Arkaden.

   

   

Das Beinhaus Capela dos Ossos (Kapelle der Knochen), ein Kirchengebäude, an dessen Wänden menschliche Gebeine gestapelt sind.